Chevrolet Camaro Z (1967) - Der Rennwagen für den amerikanischen Alltag
Der Chevrolet Camaro Z/28 schaffte es in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Der Chevrolet Camaro Z/28 schaffte es in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Darin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
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Chevrolet Camaro Z/28Der Rennwagen für den amerikanischen Alltag

Mit dem Camaro lieferte Chevrolet mit etwas Verzögerung einen würdigen Gegner zum Ford Mustang.

von
Bruno von Rotz

Als Ford den Mustang präsentierte und damit einen günstigen, schnittigen und spassigen «Sportwagen» erfolgreich für junge Leute anbot, wurde General Motors sozusagen auf dem linken Fuss erwischt. «I didn’t see this coming», sagte damals wohl der eine oder andere GM-Manager. Aber man reagierte schnell und stellte innert zweier Jahre den Chevrolet Camaro auf die Beine.

Vor allem Form

«Jugend plus Komfort plus niedriger Preis» lautete die Erfolgsformel für den Ford Mustang. Daran hielt sich auch General Motors und sah von technischen Experimenten ab. Selbst formal orientierte man sich am Mustang und versah den neuen Camaro mit ähnlichen Proportionen, sprich einer langen Schnauze und einem kurzen Heck. Der Radstand entsprach ebenfalls jenem des Fords.

Trotz des Zeitdrucks sah man davon ab, einfach Modelle aus der aktuellen Palette als Blaupause zu nehmen und in den Proportionen anzupassen. Nein, man gestaltete den Camaro komplett neu, wenn auch gewisse Anleihen an das Chevrolet Corvair Corsa Sport Coupé von 1965 mit Heckmotor sichtbar waren. Die selbsttragende Karosserie wirkte modern und attraktiv.

Mit verschiedenen Paketen liess sich der Camaro, den es als zweitüriges Coupé und Cabriolet gab, zudem noch weiter an die eigenen Bedürfnisse anpassen. So verfügte die RS-Version über verborgene Scheinwerfer und anders gestaltete Rückleuchten. Als SS gabs eine Variante mit grösseren Motoren, verbesserten Aufhängungen und auffälligen Rallye-Streifen.

Z/28-Version des letzten Baujahres.

Z/28-Version des letzten Baujahres.

Darin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.comDarin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Damit konnte man schon fast zum nächsten Rennwochenende fahren.

Damit konnte man schon fast zum nächsten Rennwochenende fahren.

Darin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.comDarin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Kein Firlefanz, aber ein Frontspoiler.

Kein Firlefanz, aber ein Frontspoiler.

Darin Schnabel - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com

Modernes Interieur und viel Sicherheit

Das Interieur des Camaro war ebenfalls komplett neu entstanden und wies durchaus futuristische Züge auf. Komplett mit Vinylverkleidungen ausgestattet, war das Innere in vier Farben erhältlich. Die Sitze trugen dünne, jedoch angenehm gepolsterte Kissen und waren in Längsrichtung abgesteppt. Während die Platzverhältnisse vorne generös waren, mussten sich hinten sitzende Passagiere mit deutlich weniger Raum zufriedengeben. Der Camaro war ganz klar ein 2+2-Sitzer.

Technik aus dem Regal

Mit dem Camaro brachte GM eine neue technische Basis namens «F-Body Platform» auf den Markt, die einige Monate später auch von Pontiac genutzt wurde. Dies war allerdings keine komplette Neuentwicklung, denn es konnte die bereits seit 1962 eingesetzte Heckantriebs-Technik genutzt werden, wie sie etwa beim Chevy II genutzt wurde.

Die Motorenpalette war umfangreich, begann anfänglich mit Reihensechszylindern mit 3,8 Litern Hubraum und reichte bis zum 5,7-Liter V8-Motor. Die Leistungsausbeute betrug je nach Motor zwischen 142 und 299 SAE-PS. Insgesamt wog er so 1561 kg, erreichte 206 km/h und benötigte von 0 auf 100 km/h lediglich 8,4 Sekunden.

Camaro aus der Schweiz

Auch in Biel wurden Chevrolet Camaros montiert und zwar ab 1967 die Sechszylinder-Variante und das Modell mit dem 4,6-Liter grossen V8-Motor. Die schnelleren Versionen wurden als Fertigfahrzeuge eingeführt. Die Preisspanne reichte von CHF 16’000 bis 26’000.

Zweimal konnte Mark Donohue im Chevrolet Camaro Z/28 für das Roger Penske Team die TransAm-Meisterschaft in den USA gewinnen, erst 1970 schaffte es Parnelli Jones, den Camaro mit dem Ford Mustang zu entthronen, nachdem Jerry Titus 1967 noch mit dem Mustang GT 350 Meister geworden war.

Dass sich der Camaro auch gegen europäische Konkurrenten gut in Szene setzen konnte, bewies er beim Lauf zur britischen Tourenwagen-Meisterschaft 1971 in Crystal Palace. Ein Dreher kurz vor Ende verhinderte den Sieg gegen einen Escort RS 1600. Das war noch Tourenwagen-Rennsport!

Mehr Informationen und viele Fotos von heute und damals gibt es auf www.zwischengas.com.

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