Aktualisiert 18.02.2019 18:54

Super League

Der riesige Trainerverschleiss

Seit Weiler 2014 der Schweiz den Rücken kehrte und seiner Entlassung am Sonntag in Luzern hat die Super League 40 Trainer verbraucht.

von
ete
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Trainerwechsel in der Super LeagueRené Weiler, FC Luzern, bis 17.02.2019, 231 Tage im Amt«Es hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass zwischen dem Cheftrainer und der sportlichen Leitung, unterschiedliche Auffassungen betreffend der Qualität des Teams und der weiteren Entwicklung der Mannschaft bestanden», begründet Sportchef Remo Meyer die sofortige Freistellung.

Trainerwechsel in der Super LeagueRené Weiler, FC Luzern, bis 17.02.2019, 231 Tage im Amt«Es hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass zwischen dem Cheftrainer und der sportlichen Leitung, unterschiedliche Auffassungen betreffend der Qualität des Teams und der weiteren Entwicklung der Mannschaft bestanden», begründet Sportchef Remo Meyer die sofortige Freistellung.

Keystone/Alexandra wey
Michel Decastel, Xamax, bis 05.02.2019, 1203 Tage im AmtPräsident Christian Binggeli: «Es hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen. Ich hatte mich seit längerem gefragt, was wir verbessern könnten.» Die Entlassung sollte wie ein «Elektroschock»auf die Mannschaft wirken.

Michel Decastel, Xamax, bis 05.02.2019, 1203 Tage im AmtPräsident Christian Binggeli: «Es hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen. Ich hatte mich seit längerem gefragt, was wir verbessern könnten.» Die Entlassung sollte wie ein «Elektroschock»auf die Mannschaft wirken.

Keystone/Laurent Gillieron
Guillermo Abascal, FC Lugano, bis 1.10.2018, 174 Tage im AmtDie Ablösung des Spaniers kam nicht überraschend, da dem impulsiven Präsidenten Angelo Renzetti die Spielweise des Teams nicht passte. Renzetti monierte einen zu schleppenden Spielaufbau. Er wollte mehr Geradlinigkeit.

Guillermo Abascal, FC Lugano, bis 1.10.2018, 174 Tage im AmtDie Ablösung des Spaniers kam nicht überraschend, da dem impulsiven Präsidenten Angelo Renzetti die Spielweise des Teams nicht passte. Renzetti monierte einen zu schleppenden Spielaufbau. Er wollte mehr Geradlinigkeit.

Samuel Golay

Nachdem er den FC Aarau von der Challenge League in die Super League geführt hatte, gab René Weiler Ende Mai 2014 seinen Rücktritt bei den Aargauern. Er verfolgte höhere Ziele, wollte einen grossen Club trainieren. Vier Jahre war Weiler weg: Erst in Nürnberg (2. Bundesliga), dann bei Anderlecht in der höchsten belgischen Spielklasse. Im Sommer 2018 kehrte er in die Schweiz zurück und schloss sich überraschend dem FCL an – bis er am Sonntag entlassen wurde.

Damit reiht sich Weiler in eine lange Reihe von Trainern ein, die sich lang in der Super League versucht haben. Der Trainerverschleiss in der höchsten Schweizer Liga ist riesig: Seit Weilers Rücktritt in Aarau und seiner Entlassung in Luzern haben die Super Ligisten insgesamt 40 Mal den Trainer gewechselt (siehe Diashow) - in vier Jahren notabene.

Die Schweizer Liga ist mit zehn Teams im Vergleich zu den europäischen Topligen klein. Macht ein Super-League-Vertreter eine schlechte Phase durch, so steckt er schnell einmal im Abstiegsstrudel. Und sobald dies der Fall ist, läuten bei den Verantwortlichen rasch die Alarmglocken. Oft sehen sie die Trainerentlassung als einzigen Ausweg aus der Krise. Ein weiterer Grund: Manche Teams starten mit überhöhten Erwartungen in die Saison. Droht ein solcher Verein die Ziele zu verpassen, so wird ebenfalls durchgegriffen.

Nur wenige schaffen es ins Ausland

Nur ganz wenige Trainer gingen in jüngster Vergangenheit freiwillig oder machten auf sich aufmerksam: In den letzten Jahren war das zum Beispiel Paulo Sousa, der Basel in Richtung AC Florenz und die Serie A verliess. Adi Hütter lockte die Bundesliga. Der Österreicher machte mit der ersten YB-Meisterschaft nach 32 Jahren Eintracht Frankfurt auf sich aufmerksam. Urs Fischer unterschrieb nach seiner Zeit beim FCB im letzten Sommer bei Union Berlin. Jeff Saibene übernahm im Frühjahr 2017 den Trainerposten beim deutschen Zweitligisten Arminia Bielefeld und wurde im Dezember 2018 auch wieder entlassen.

In der Super League bleibt indes nur ein Club übrig, der auf Kontinuität setzt und seinen Trainer schon seit bald zwei Jahren beschäftigt: Er heisst Marc Schneider und führt seit 2017 das Zepter beim FC Thun.

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