Digitale Kalligrafie: Der Roboter mit der persönlichen Handschrift
Aktualisiert

Digitale KalligrafieDer Roboter mit der persönlichen Handschrift

Mit Pinsel und Tinte schreibt ein Roboter der ETH Zürich chinesische Zeichen – und er wird mit jedem Mal besser. Das Schönschreiben bringt er sich selbst bei.

von
Corinne Hodel

Ein chinesischer Kalligrafie-Meister lernt ein ganzes Jahrzehnt, bis er sein Handwerk beherrscht. Denn die Bewegungsabläufe mit dem Pinsel sind sehr komplex. Ein Roboter der ETH Zürich ist derzeit daran, diese zu lernen. «Wir haben dem Roboter beigebracht, wie er die chinesische Schönschrift selbst erlernen kann», sagt Robotiker Nico Hübel, der den Roboter zusammen mit dem Maschinenbauingenieur Samuel Müller programmiert hat.

Der Roboter besteht aus einem Arm, der einen Pinsel trägt. Damit malt er ein Zeichen. Anschliessend prüft er mit einer Kamera das Ergebnis und vergleicht es mit dem Lehrbuch. Stellt der Roboter fest, dass zum Beispiel ein Strich an einer Stelle zu dünn ist, fährt er beim nächsten Versuch näher an das Papier heran, um den Pinsel so in die Breite zu drücken. Auch dieses Zeichen vergleicht er mit dem Original. «Das macht er so lange, bis er das Ergebnis nicht mehr verbessern kann», sagt Hübel.

In der Industrie könnte der Roboter dereinst auf Bauteile wie etwa Autotüren Schriftzüge malen und diese bei neuen Modellen selbständig anpassen. Denn ändert sich die Oberfläche, verzerrt der Schriftzug.

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«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

Ausstellung

Handgemalte Kalligrafie ist derzeit in der Ausstellung «Bilder des Herzens» der Universität Zürich zu sehen.

Bis Sonntag, 21.10.

Völkerkundemuseum

Pelikanstrasse 40

Zürich

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