Enes Kucevic
Publiziert

Der Rolls-Royce Ghost zeigt, wie Nachhaltigkeit deluxe geht

Der neue Rolls-Royce Ghost wirkt nicht gerade umweltfreundlich. Doch durch ihre enorme Langlebigkeit stehen die britischen Luxuslimousinen trotzdem für Nachhaltigkeit.

von
Michael Baumann
17.12.2020

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind die Schlagworte, die die Autowelt derzeit am meisten beschäftigen – es gibt kaum noch einen Hersteller, der keine Elektromodelle oder mindestens Autos mit Hybridantrieb anbietet. Da erscheint ein Fahrzeug, wie die zweite Generation des Rolls-Royce Ghost, geradezu wie ein Anachronismus, dabei ist es das kleinste Modell der Briten.

Ein 6,75-Liter-Biturbo-Benzinmotor mit zwölf Zylindern und 571 PS, ein Leergewicht von rund 2,5 Tonnen und ein Durchschnittsverbrauch von 15,2 Litern sprechen eine deutliche Sprache. Doch ein Rolls-Royce Ghost hat ganz andere Werte, die durchaus auch für Nachhaltigkeit stehen: Langlebigkeit und Qualität. Ein Rolls-Royce ist in der Regel eine Investition in die persönliche Mobilität für viele Jahre, ja Jahrzehnte. «75 Prozent aller von uns je gebauten Autos sind noch fahrtüchtig und in Betrieb», sagt Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös.

Da klemmt und vibriert nichts

Die Briten bauen Autos mit höchster Qualität – und die hat ihren Preis. Für einen Ghost der zweiten Generation sind ab 250’000 Euro netto fällig, doch dafür bekommt man feinste Materialien und beste Verarbeitung. Da klemmt und vibriert nichts, die Wertigkeit lässt sich fühlen und riechen. Besonders viel Aufmerksamkeit schenkt Rolls-Royce der Gestaltung des Innenraums. Wenn man im Fond Platz nimmt und sich hinter einem per Knopfdruck die elektrische, hinten angeschlagene Tür schliesst, dann herrscht Ruhe. Weder durch die Scheiben noch durch die Aluminium-Karosserie dringt ein Mucks – selbst der mächtige Motor ist kaum hörbar.

Der Ghost ist mit einer Länge von 5,55 Metern das kleinste Fahrzeug im Angebot der Briten.

Der Ghost ist mit einer Länge von 5,55 Metern das kleinste Fahrzeug im Angebot der Briten.

Enes Kucevic
Auch die zweite Generation des Rolls-Royce Ghost wird von der Kühlerfigur Spirit of Ecstasy geschmückt.

Auch die zweite Generation des Rolls-Royce Ghost wird von der Kühlerfigur Spirit of Ecstasy geschmückt.

Enes Kucevic
Sterne lügen nicht: Der Ghost ist in ganz eigenen Sphären unterwegs.

Sterne lügen nicht: Der Ghost ist in ganz eigenen Sphären unterwegs.

Rolls-Royce

Fluggefühl an Land

Äusserlich wirkt der Rolls-Royce Ghost trotz seiner Grösse ziemlich unauffällig und schlicht. Allradantrieb und -lenkung, ein neues Federungssystem sowie das kräftige Drehmoment von 850 Newtonmetern tragen neben diversen Assistenzsystemen dazu bei, dass sich der Ghost sehr souverän auf der Strasse bewegen lässt. Vom Gewicht von rund 2,5 Tonnen ist hinter dem Lenkrad nichts zu spüren. Hier geben sich die Briten für einmal wenig bescheiden: Von «Fluggefühl an Land» ist die Rede und von «fliegendem Teppich». Alles in allem hat die BMW-Tochter mit dem neuen Ghost das fortschrittlichste Auto der Firmengeschichte entwickelt. Kein Wunder, schliesslich ist es ja für eine halbe Ewigkeit geschaffen worden.

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66 Kommentare
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Good Bye

19.12.2020, 00:43

Rolls-Royce wird für mich immer unattraktiver. Die Zeiten überragenden RR aus den 40ern, 50ern und den 60ern und der Merlins und Co. sind definitiv vorbei.

Roger der ECHTE

19.12.2020, 00:16

Da sind andere schon deutlich weiter und haben die zukunftsträchtige Antriebsform schon lange in ihrem Programm.

Illumination

18.12.2020, 22:53

Fahrzeugbau, Fahrkomfort, Technik, Innenraum/Armaturen, Ausstattung, Qualität/Verarbeitung vom Feinsten.. Karosserie und Rohrrahmen aus Aluminium (ASF) - Allradantrieb, adaptives Fahrwerk in Echtzeit, Allrad-Lenkung (Rädereinschlag bis 70 km/h gegenläufig, darüber gleichläufig) lassen das rel. hohe Leergewicht weitgehend vergessen.. Mit 6,75 l/V12-Biturbo (Euro 6d) und 571 PS bei 5000 U/min sowie 850 Nm bei 1600 U/min (!) Längsdynamik auf Sportwagen-Niveau (5,0 s für 0-100 km/h - Vmax 250 km/h abgeregelt) - alles "locker und easy".. Und vermutlich einziges Fahrzeug, das in der Vorserie durch Akustik-Ingenieure mit entspr. baulichen Massnahmen auf absolute Innenraumstille ohne Fahrgeräusche "getrimmt" wurde.. Test-Insassen fanden diese fehlende Geräusch-Kulisse "irritierend und verstörend" - umgesetzt wurde bei den Serienmodellen deshalb eine "sanft flüsternde Innenraum-Akustik"...;-)