Erste Niederlage: Der rotblaue Planet zeigt feine Risse

Aktualisiert

Erste NiederlageDer rotblaue Planet zeigt feine Risse

Der FC St. Gallen gewinnt erstmals seit April 2002 wieder im Joggeli. Verteidiger Fabian Schär fasst nach dem 0:2 zusammen: «Es hat von A bis Z alles gefehlt.»

von
Eva Tedesco

«In Bezug auf sein Kader spielt der FC Basel in einer anderen Liga», sagte Jeff Saibene vor der Partie gegen den FCB. Seine Mannschaft strafte die Aussage seines Trainers Lügen. Nach 45 Minuten führte das Team von Saibene 0:2 - und nicht unverdient. Als Doppeltorschütze zeichnete Albert Bunjaku verantwortlich. In der 40. Minute konnte Fabian Frei nur ungenügend befreien. Bunjaku stand goldrichtig und es hiess 1:0. Nur vier Minuten später erhöhte wieder der Bundesliga-Rückkehrer auf eine schöne Vorlage von Tréand auf 2:0 aus St. Galler Sicht. Und dabei blieb es.

«Wir haben zu wenig riskiert gegen eine kompakt verteidigende Mannschaft», sagte Paulo Sousa nach seiner ersten Niederlage in der Meisterschaft als FCB-Trainer. Es habe ihm an Tempo gefehlt und auch an Kreativität, um den Gegner in Bedrängnis zu bringen. «Es hat von A bis Z alles gefehlt», fasst Fabian Schär die 90 Minuten gegen den FCSG zusammen.

Ein rotblauer Planet mit ersten Rissen

«Der rotblaue Planet ist ganz anders. Er ist so anders, dass er bald davonfliegen könnte, weg aus dem Sonnensystem des Schweizer Klubfussballs», schrieb die «NZZ» nach dem 4:1-Lehrstück gegen den FCZ - der bis zum Direktduell mit vier Siegen aus vier Spielen als einziger «Konkurrent» der Basler gewertet wurde. Doch der rotblaue Planet zeigte feine Risse und wurde von den Ostschweizern erstmals in dieser Saison aus seiner Umlaufbahn katapultiert. Zwar hat Trainer Paulo Sousa gewarnt, dass sein Team «nicht unschlagbar» sei, aber der Gegner müsse sehr gut sein, wenn er gewinnen wolle.

«Wir haben sehr viel defensiver gespielt, als wir es sonst tun, aber wir wollten nicht ins Messer laufen. Dank unserer Effizienz konnten wir nach einer langen, langen Zeit endlich wieder in Basel gewinnen. Ich bin unglaublich glücklich», sagt FCSG-Trainer Jeff Saibene.

Erster St. Galler Sieg seit über 12 Jahren in Basel

Die Ostschweizer traten kompakt und konzentriert auf gegen den Meister, laufstark und dank der Effizienz von Albert Bunjaku auch erfolgreich. Die lange, lange Zeit, die Saibene angesprochen hat, sind über 12 Jahre, die der FCSG auf den ersten Sieg im Joggeli warten musste. Der einzige Sieg im neuen St. Jakob-Park datiert vom April 2002. Er wurde möglich, weil der FCB, der in den vorhergehenden Partien seine Schwächephase meist nach der Pause einzogen hatte, diese für einmal auf 90 Minuten ausdehnte. Die Folge: Die erste Niederlage seit 17 Heimspielen.

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