Aktualisiert 04.06.2015 13:40

Gleichstellung

Der Ruf nach dem gleichen Lohn

Müssen Unternehmen bald bescheinigen, dass sie die Lohngleichheit für Mann und Frau wahren? Im Nationalrat sind davon nicht alle begeistert.

Gleichheit: Demonstrantinnen fordern vor dem Bundeshaus in Bern den gleichen Lohn wie die Männer. (Archiv)

Gleichheit: Demonstrantinnen fordern vor dem Bundeshaus in Bern den gleichen Lohn wie die Männer. (Archiv)

Der Nationalrat hat eine Motion der Waadtländer FDP-Nationalrätin Isabelle Moret angenommen. Das Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen sieht zwar schon heute vor, dass Aufträge nur an Unternehmen vergeben werden dürfen, welche die Lohngleichheit von Mann und Frau gewährleisten. Eine gesetzliche Grundlage, von den Firmen eine entsprechende Bescheinigung zu verlangen, fehlt jedoch.

Mit der heutigen Motion soll der Bundesrat beauftragt werden, den gesetzgeberischen Rahmen für das Anliegen auszuloten. Der Nationalrat stimmte der Motion mit 104 zu 74 Stimmen bei 4 Enthaltungen zu. Als nächstes geht das Geschäft nun in den Ständerat.

Grundsatz besteht seit 1981

Der Bundesrat zeigte sich schon früher bereit, die Forderung anzunehmen. Er will prüfen, ob die Bescheinigungspflicht ins Gesetz aufgenommen werden könnte.Der Grundsatz der Lohngleichheit für Frau und Mann ist seit 1981 in der Bundesverfassung und seit 1996 im Gleichstellungsgesetz verankert.

Trotzdem verdienen Frauen in der Schweiz rund 19 Prozent weniger als Männer. Fast die Hälfte dieser Differenz ist nicht mit objektiven Faktoren erklärbar und damit eine unzulässige Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. (sda)

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