Utzenstorf BE: Der Run auf seine Gratis-Rüebli macht Berner Bauer glücklich

Publiziert

Utzenstorf BEDer Run auf seine Gratis-Rüebli macht Berner Bauer glücklich

Weil der Boden zu nass ist, kann Adrian Rothenbühler seine Rüebli nicht selbst ernten und bleibt auf 100 Tonnen sitzen. Nach einem Aufruf an die Bevölkerung wird er nun überrannt.

von
Zoé Stoller
1 / 4
Im Durchschnitt standen am vergangenen Wochenende ständig etwa 50 Autos beim Rüeblifeld.

Im Durchschnitt standen am vergangenen Wochenende ständig etwa 50 Autos beim Rüeblifeld.

20min/Luca La Rocca
Ein Berner, der auf 100 Tonnen Rüebli sitzenblieb, rief die Bevölkerung dazu auf, das Gemüse selbst pflücken zu gehen.

Ein Berner, der auf 100 Tonnen Rüebli sitzenblieb, rief die Bevölkerung dazu auf, das Gemüse selbst pflücken zu gehen.

Adrian Rothenbühler
Nach 48 Stunden war bereits ein Viertel der übriggebliebenen Ernte weg. 

Nach 48 Stunden war bereits ein Viertel der übriggebliebenen Ernte weg. 

Adrian Rothenbühler

Darum gehts

Der Berner Bauer Adrian Rothenbühler blieb anfänglich auf 100 Tonnen Rüebli sitzen. Weil der Boden zu nass ist, kann er das Gemüse nicht mit der Maschine ernten. Deshalb rief er die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auf sein Feld zu kommen und Rüebli zu pflücken, die man gratis mitnehmen dürfe. Mit dem Run, den es nach dem Aufruf gab, hatte Rothenbühler nicht gerechnet. 

«Es gab einen regelrechten Ansturm auf meine Rüebli. Es ist abartig, wie viele Leute wir dieses Wochenende auf unserem Feld hatten. Praktisch zu jedem Zeitpunkt des Tages hatte es etwa 60 Autos auf dem Feld», sagt Rothenbühler zu 20 Minuten.  Am Sonntagnachmittag hätten durchschnittlich 80 Autos neben dem Rüebli-Feld geparkt. «Es war ein ständiges Kommen und Gehen.  Für uns war das einfach überwältigend.»

Er sagt, es sei schwierig zu schätzen, wie viel Rüebli genau gepflückt worden seien. «Ich schätze aber, dass bereits etwa 20 bis 25 Tonnen weg sind», so Rothenbühler. 

Magst du Rüebli?

«Die Solidarität ist unglaublich»

Mittels Kollekte hätten die Leute Geld in die Kasse legen können. «Die Solidarität ist unglaublich», sagt der Bauer. «Die Kilos, die schlussendlich wegkommen, sind ziemlich gut bezahlt. Ich bin so dankbar dafür.» Fast 50 Prozent seiner Unkosten seien bereits gedeckt worden. Auch die guten Gespräche mit den Konsumentinnen und Konsumenten hätten dem Berner gut getan. Es sei für ihn «eine Bereicherung», mit den Leuten auf seinem Feld zu reden. 

«Als ich dachte, ich werde diese Rüebli nicht los, war das eine riesige Belastung», sagt Rothenbühler. «Ich dachte schon, der Lohn für meine ganze harte Arbeit sei mir durch die Lappen gegangen.» Als Landwirt könne man die Ernte nicht einfach versichern lassen. Dem Berner sei klar, dass er wahrscheinlich nicht die ganzen Rüebli loswerde. Jedoch bleibe das Gemüse vorerst noch gut erhalten. Erst sobald es mehrere Tage unter minus sieben Grad kalt sei, würden die Rüebli zu faulen beginnen. 

«Ich werde wieder Rüebli sähen und mit der Produktion weitermachen.» In den 20 Jahren, in denen er als Landwirt arbeite, sei dies Rothenbühler zum ersten Mal passiert. «Davon lasse ich mich nicht unterkriegen. So ist das Bauern halt. Die Natur meinte es dieses Jahr einfach nicht gut mit uns.»

Ursprünglich blieb Adrian Rothenbühler auf 100 Tonnen Rüebli sitzen. Nun sind bereits etwa 20 bis 25 Tonnen weg.

20min

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Deine Meinung

88 Kommentare