Mondmeister: Der Saturn lässt den Jupiter hinter sich
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MondmeisterDer Saturn lässt den Jupiter hinter sich

Astronomen haben 20 neue Saturnmonde entdeckt. Damit überholt er in der Mondwertung den grössten Planeten des Sonnensystems.

von
jcg

Vom Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen ist der Saturn eine Augenweide. Auch wenn hier nur die Monde Tethys, Janus, Mimas, Enceladus und Rhea sichtbar sind. (Aufnahmen vom Juni 2019) (Video: ESA/NASA)

Zugegeben, mit einem Durchmesser von durchschnittlich fünf Kilometern sind die neu entdeckten Trabanten des Saturns eher auf der mickrigen Seite. Trotzdem, sie zählen offiziell als Monde. Und so verfügt der Saturn neu offiziell über 82 davon. Das sind drei mehr als sein Nachbar, der Gasriese Jupiter, vorweisen kann.

17 der neu entdeckten Monde umkreisen den Saturn rückläufig, das heisst entgegen des Drehsinns des Planeten. Die restlichen drei bewegen sich im gleichen Drehsinn, sind also rechtläufig. Zwei davon liegen auf einer inneren Bahn und brauchen zwei Jahre für eine Umkreisung. Die anderen 18 Monde bewegen sich auf einer weiter entfernten Umlaufbahn. Bei ihnen dauert eine Umkreisung rund drei Jahre.

Zur Bedeutung dieser Entdeckung sagt Scott S. Sheppard von der Carnegie Institution for Science: «Das Studium der Umlaufbahnen dieser Monde kann Aufschluss über deren Entstehung geben, ebenso wie über die Bedingungen, die zur Zeit der Entstehung des Saturns herrschten.» Die Forscher gehen davon aus, dass die neu entdeckten Monde Trümmer von grösseren Monden sind, die vor Urzeiten zerbrachen.

Die Umlaufbahnen der neu entdeckten Monde: Blau sind die der inneren rechtläufigen Monde eingezeichnet, rot die der rückläufigen. Die grüne Umlaufbahn ist die des äusseren rechtläufigen Planeten. (Illustration: Carnegie Institution for Science)

Namen gesucht

Die Monde gehören laut den Forschern drei verschiedenen Gruppen an. Die beiden inneren rechtläufigen Monde, deren Bahnneigung 46 Grad beträgt, gehören zur Inuit-Gruppe. Monde in dieser Gruppe tragen Namen aus der Inuit-Mythologie. Die rückläufigen Monde gehören zur nordischen Gruppe.

Beim dritten rechtläufigen Mond beträgt die Bahnneigung 36 Grad, was jener der Planeten der gallischen Gruppe entspricht. Allerdings umkreist er den Planeten auf einer viel höheren Umlaufbahn. Die Forscher werten das als Hinweis darauf, dass er über die Zeit nach aussen gezogen wurde oder nichts mit der inneren Gruppe von rechtläufigen Monden zu tun hat.

Die neuen Monde haben noch keine Namen. Diese sollen sie im Rahmen eines Wettbewerbs erhalten. Details dazu gibt es hier.

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