Aktualisiert 12.01.2013 21:52

National League ADer SCB grüsst vom Leaderthron

Bern führt die NLA erstmals in dieser Saison an. Der mit Gottéron punktgleiche SCB besiegt Servette im Topspiel 2:0. Fribourg büsst gegen Biel einen Punkt ein.

SCB-Goalie Marco Bührer befindet sich in Topform. Der 33-jährige Zürcher realisierte beim 2:0-Sieg des SC Bern gegen Genève-Servette den dritten Shutout in Folge. Bührer veredelte seine Gala mit dem Assist zum 2:0 durch Ryan Gardner, der ins leere Tor traf.

Dreimal in Folge ohne Gegentor blieben seit Einführung der NLA-Playoffs im Jahre 1986 bislang nur drei Goalies: Cristobal Huet (1999 für Lugano), Benjamin Conz (in dieser Saison für Gottéron) sowie Bührer selbst (2007).

Vor sechs Jahren blieb Bührer 211 Minuten und 25 Sekunden ungeschlagen. Nun baute Bührer seine entsprechende Bestmarke auf 211 Minuten und 53 Sekunden aus. Mit 248 Minuten und 10 Sekunden ohne Gegentor ist Huet (1999) die Nummer 1 in dieser Rubrik, gefolgt von Conz (247 und 5 Sekunden) und Bührer.

82 Shutouts für Bührer

Bührer blieb am Samstag insgesamt zum sechsten in der laufenden Saison ungeschlagen. Gleichzeitig baute er seine eigene Position als NLA-Rekordhalter in dieser Rubrik auf 82 Shutouts aus. Bührer spielte seine aktuelle Topform wiederholt runter: «Jetzt gehen die Schüsse halt an den Pfosten.»

Bern realisierte in einem intensiven Spiel den fünften Sieg in Serie, Servette kassierte die vierte Niederlage aus den letzten sechs Begegnungen - und das im der 600. NLA-Partie der Genfer Klubgeschichte.

Wellingers Lapsus

Andrej Bykow markierte 18 Sekunden vor dem Ende der Overtime das Freiburger Tor des Abends in Biel. Die Gastgeber verschuldeten die 1:2-Heimniederlage mit einem ärgerlichen Scheibenverlust selber.

Lange verwaltete Gottéron, das auf das 0:6-Debakel gegen den SCB nur dezent reagierte, das positive Zwischenergebnis mit gedrosseltem Aufwand. Biel stürmte zwar beherzt an, aber ohne Präzision. Beaudoins Ausgleich in der 50. Minute veränderte das Bild schlagartig. Das 1:1 löste Emotionen aus, belebte das zuvor laue Spiel spürbar.

Ohne Seguin und Kane ist Biel zu harmlos

Die Einheimischen standen dem entscheidenden Treffer mehrfach nahe - speziell Gloor, der solo scheiterte. Berauscht vom eigenen Ansturm stoppte sich die Nummer 9 der Liga dann aber selber: Verteidiger Wellinger leistete sich den Lapsus der Runde, Sekundenbruchteile später drehte Bykow im Slot als Matchwinner ab.

Biel bleibt in Sichtkontakt mit den achtplatzierten Flyers, ist aber seit dem Ende des Lockouts von der Erfolgswelle abgekommen. Ohne Kane und Seguin häufen sich die Niederlagen. Vier der letzten fünf Partien haben die Berner nun verloren.

Langnau im neuen Jahr noch ohne Sieg

Der HC Lugano feierte bei den SCL Tigers einen standesgemässen 7:4-Sieg und kam damit zum vierten Triumph aus den letzten fünf Spielen. Die SCL Tigers kassierten die fünfte Pleite in Serie und sind im neuen Jahr noch erfolglos.

Die Tessiner führten zu Beginn des Schlussdrittels mit drei Toren innerhalb von 58 Sekunden zum 7:3 die Entscheidung zu ihren Gunsten herbei. Lorenz Kienzle realisierte für die Gäste mit dem 7:3 sein erstes Saisontor. Teamkollege Giacomo Dal Pian erzielte mit dem 2:1 für Lugano in seinem siebten NLA-Spiel gar sein erstes Tor in der obersten Spielklasse. Glen Metropolit hatte das Skore mit seinem dritten 1:0-Treffer in Folge eröffnet.

Zwei Tore innerhalb 33 Sekunden

Langnau war im ersten Drittel mit dem 1:3 noch gut bedient. Die Tessiner waren auch im Mitteldrittel dem 4:1 zunächst deutlich näher als die Gastgeber dem 2:3. Doch zwei Tore innerhalb von 33 Sekunden von Langnau brachte die Emmentaler fast aus dem Nichts vorübergehend zurück.

Bei den SCL Tigers wirkten erstmals seit dem 24. November letzten Jahres wieder drei Ausländer mit. Mark Popovic gab sein Comeback nach fast zweimonatiger Verletzungspause. Der kanadische Verteidiger hatte am 16. November beim 0:8 der Tigers in Kloten eine starke Hirnerschütterung erlitten und musste anschliessend seine Rückkehr mehrmals verschieben. Mit den Zwillingen Sandro und Claudio Moggi sowie Thomas Nüssli feierten weitere Langnauer nach verletzungsbedingten Absenzen am Samstag ihr Comeback. Ein Substanzgewinn war dadurch bei den Emmentalern aber nicht ersichtlich.

Torhüterfehler entscheidet zugunsten von Davos

Der HC Davos stabilisiert sich mit dem 3:2-Sieg gegen Rapperswil-Jona weiter. Den Bündnern kommt zupass, dass die Ostschweizer erst nach dem dritten Gegentreffer erheblich Widerstand leisten.

Innerhalb von 74 Sekunden produzierten die Gäste mehr Spektakel als zuvor während fast 54 Minuten. Earl und Rizzello ermöglichten Rapperswil-Jona mit ihrer Doublette ein kaum mehr für möglich gehaltenes Comeback. Arno Del Curto sah sich in der späten Not gar veranlasst, ein Timeout zu beantragen, um weitere Panik-Aktionen einzudämmen.

Die Turbulenzen waren nicht absehbar. Die Lakers hatten in der Vaillant-Arena bis zum (zu) späten Aufschwung keinen guten Eindruck hinterlassen. Einer unterbot das tiefe Level aber noch: Jonas Müller vertrat den nach wie vor verletzten Stammkeeper David Aebischer ohne Wettkampfglück. Den ersten Vorteil der Bündner (Sykora/11.) begünstigte er ebenso wie das kursweisende 2:0 von Dario Bürgler. Der HCD-Topskorer passte zur Mitte, wo der fehldisponierte Lakers-Goalie den Puck abfälschte und sich quasi selber überlistete.

Bern - Genève-Servette 2:0 (1:0, 0:0, 1:0)

PostFinance-Arena. - 16'204 Zuschauer. - SR Kurmann, Espinoza/Kohler.

Tore: 19. Kinrade (Rubin, Vermin/Ausschluss Alexandre Picard) 1:0. 60. (59:12) Gardner (Bednar, Bührer) 2:0 (ins leere Tor).

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Ritchie; Romy.

Bern: Bührer; Roche, Beat Gerber; Jobin, Collenberg; Kinrade, Flurin Randegger; Vermin, Ritchie, Bednar; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Bertschy, Gardner, Scherwey; Pascal Berger, Rubin, Alain Berger; Marco Müller.

Genève-Servette: Stephan; Vukovic, Bezina; Antonietti, Mercier; Gian-Andrea Randegger, Gautschi; Simek, Romy, Walsky; Alexandre Picard, Walker, Fata; Dan Fritsche, Paul Savary, Keller; John Fritsche, Rivera, Friedli; Jean Savary.

Bemerkungen: Bern ohne Philippe Furrer, Hänni und Höhener (alle verletzt), Servette ohne Leonelli und Almond (beide verletzt). - 32. Pfostenschuss Simek. - 58:27 Timeout Servette, von 58:37 bis 59:12 ohne Torhüter.

Biel - Fribourg-Gottéron 1:2 (0:1, 0:0, 1:0, 0:1) n.V.

Eisstadion. - 5272 Zuschauer. - Koch/Mandioni, Fluri/Kaderli.

Tore: 16. Plüss (Sprunger, Schilt) 0:1. 50. Beaudoin (Huguenin) 1:1. 65. (64:42) Bykow (Gamache, Sprunger) 1:2.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Biel, 8mal 2 Minuten gegen Fribourg.

PostFinance-Topskorer: Micflikier; Dubé.

Biel: Berra; Grieder, Wellinger; Meier, Trutmann; Untersander, Gloor; Gossweiler, Huguenin; Ehlers, Peter, Beaudoin; Micflikier, Haas, Pouliot; Wieser, Kellenberger, Tschantré; Füglister, Ehrensperger, Ulmer.

Gottéron: Conz; Kwiatkowski, Abplanalp; Ngoy, Birbaum; Heins, Schilt; Erb; Gamache, Dubé, Vauclair; Sprunger, Bykow, Plüss; Mauldin, Kast, Knoepfli; Lauper, Botter, Hasani; Cadieux.

Bemerkungen: Biel ohne Spylo, Kparghai, Wetzel (alle verletzt), Sutter (nicht qualifiziert), Gottéron ohne Gerber, Jeannin, Loeffel, Brügger (alle verletzt).

Davos - Rapperswil-Jona Lakers 3:2 (1:0, 1:0, 1:2)

Vaillant-Arena. - Zuschauer. - SR Rochette, Abegglen/Rohrer.

Tore: 11. Sykora (Taticek, Marha) 1:0. 24. Bürgler 2:0. 53. Taticek (Marha) 3:0. 54. (53:35) Earl (Jörg) 3:1. 55. (54:49) Rizzello (Thibaudeau) 3:2.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.

PostFinance-Topskorer: Bürgler; Earl.

Davos: Genoni; Joggi, Forster; Guerra, Grossmann; Schneeberger, Back; Ramholt, Alatalo; Hofmann, Reto von Arx, Wieser; Sykora, Marha, Taticek; Bürgler, Steinmann, Sieber; Ryser, Rizzi, Schommer.

Rapperswil-Jona Lakers: Müller; Walser, Sven Berger; Camperhioli, Gmür; Geiger, Geyer; Kolnik, Earl, Duri Camichel; Jörg, Burkhalter, Nils Berger; Riesen, Neukom, Sejna; Thibaudeau, Hürlimann, Rizzello.

Bemerkungen: HCD ohne Guggisberg, Jan von Arx (beide verletzt), Corsin Camichel (krank), Corvi, Sciaroni (beide überzählig), Rapperswil-Jona ohne Welti, Camenzind, Aebischer, Winkler, Wichser (alle verletzt), Grauwiler (überzählig). 50. Pfostenschuss von Bürgler. 53. Pfostenschuss von Forster. 55. Timeout von Davos. Rapperswil-Jona ab 59:17 ohne Torhüter.

SCL Tigers - Lugano 4:7 (1:3, 2:1, 1:3)

Ilfis. - 5308 Zuschauer. - SR Massy/Sergejew (Russ), Bürgi/Kehrli.

Tore: 3. Metropolit (Ausschluss Lukas Haas) 0:1. 8. Pelletier (Reber, Kurtis McLean/Ausschluss Schlumpf, Brett McLean) 1:1. 13. Dal Pian (Kamber, Julien Vauclair) 1:2. 15. Pierrick Pivron (Conne) 1:3. 29. Rexha (Sandro Moggi) 2:3. 30. Leblanc (Genazzi/Ausschluss Reuille) 3:3. 34. Hirschi (Kostner, Brett McLean/Ausschluss Adrian Gerber, Philippe Rytz; Metropolit) 3:4. 41. (40:34) Kostner (Reuille) 3:5. 41. (40:57) Rüfenacht (Nummelin, Heikkinen) 3:6. 42. (41:32) Kienzle (Kamber, Dal Pian) 3:7. 58. Pelletier (Kurtis McLean/Ausschluss Schlumpf) 4:7.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 8mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.

PostFinance-Topskorer: Kurtis McLean; Metropolit.

SCL Tigers: Bäumle; El Assoui, Philippe Rytz; Simon Lüthi, Reber; Christian Moser, Lardi; Popovic, Kim Lindemann; Pelletier, Kurtis McLean, Nüssli; Simon Moser, Froidevaux, Genazzi; Sandro Moggi, Rexha, Claudio Moggi; Leblanc, Adrian Gerber, Lukas Haas.

Lugano: Manzato; Schlumpf, Hirschi; Nodari, Heikkinen; Julien Vauclair, Ulmer; Kostner, Brett McLean, Jordy Murray; Nummelin, Metropolit, Rüfenacht; Reuille, Conne, Pierrick Pivron; Dal Pian, Kamber, Kienzle; Profico.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Adrian Brunner, Jacquemet, Stettler (alle verletzt), Sterchi und Tobias Bucher (beide überzählig), Lugano ohne Morant, Steiner, Domenichelli, Brady Murray, Blatter, Fazzini (alle verletzt), Simion (krank) und Rosa (überzählig). - 8 . Pfostenschuss Reber. - Timeouts: 33. Lugano, 44. SCL Tigers.

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