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BerufungDer Scheich darf peitschen

Mit einem Gürtel hatte ein Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 2003 einen anderen Restaurantgast gezüchtigt – dieser hatte ihn der Homosexualität bezichtigt. Nun wurde der Scheich freigesprochen.

Nach Ansicht der Richter des Genfer Appellationshofs hat der Scheich den Kläger zwar mindestens einmal mit einem Gürtel geschlagen. Doch gehe aus der Untersuchung nicht hervor, dass er ihn mit der Gürtelschnalle getroffen habe, erklärte der Anwalt des Scheichs zu einem Bericht der «Tribune de Genève» vom Montag.

Damit sei der Gurt «nicht auf gefährliche Art und Weise» eingesetzt worden. Es handelt sich deshalb nach Ansicht der Richter nur um einfache Körperverletzung. Da dies kein Offizialdelikt ist und der Kläger seine Anzeige zu spät eingereicht hatte, liess der Appellationshof die Strafverfolgung gegen den Scheich fallen.

Missverständnisse um Geschenk

Die Ereignisse datieren vom 19. August 2003. In einer Bar eines Genfer Luxushotels wollte der Scheich dem späteren Kläger - einem italo-amerikanischen Gast - eine Flasche Champagner spendieren.

Dieser lehnte zum Ärger des Scheichs ab. Der Sohn des 2004 verstorbenen Emirs von Abu Dhabi zertrümmerte die Brille des Italo-Amerikaners und schlug ihn mit den Händen und seinem Gürtel. Der Scheich hatte sein Verhalten damit begründet, dass ihn der Beschenkte der Homosexualität bezichtigt habe.

Ein Genfer Polizeigericht hatte den Scheich wegen seines Angriffs auf den Italo-Amerikaner letzten Juli zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 3000 Franken sowie einer Busse von 10 000 Franken verurteilt. Das erstinstanzliche Gericht war zum Schluss gekommen, dass der Scheich mit einem gefährlichen Gegenstand zugeschlagen habe. (sda)

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