Bezina-Matchstrafe: Der Schiri entschied richtig
Aktualisiert

Bezina-MatchstrafeDer Schiri entschied richtig

Die Matchstrafe gegen Goran Bezina hat das Spiel gegen Frankreich entschieden. Fehlentscheid oder gerechtfertigt?

von
Klaus Zaugg
Helsinki

Captain Mark Streit sagte zu dieser entscheidenden Szene: «Alle auf der Bank haben gesagt, es sei ein fairer Check gewesen. Manchmal bleibt halt einer liegen.» Roman Wick sagte es so: «Ich weiss auch nicht, was mit den Schiedsrichtern los war. Auch sie haben nicht ihr bestes Spiel gezeigt.» Nationaltrainer Sean Simpson hat gegenüber 20 Minuten Online eine klare Meinung: «Wir haben die Situation auf dem Video analysiert. Bezina ist einfach mit seinem Gegenspieler zusammengestossen. Es war nicht einmal eine Strafe.»"

Sind die Schweizer also vom den Headschiedsrichtern Gregori Jablukow (De) und Christer Larking (Sd) betrogen worden? Sind am Ende die Schiedsrichter schuld, wenn wir nicht ins Viertelfinale kommen oder unser Nationaltrainer gar seinen Job verlieren sollte?

Schiedsrichter ohne Ermessensspielraum

Nein, so ist es nicht. Die Richtlinien und Regeln sind ganz eindeutig: Bein Check gegen den Kopf mit Verletzungsfolgen zieht zwingend eine Matchstrafe nach sich. Die Schiedsrichter haben gar keinen Ermessensspielraum. Ob der Check gegen den Kopf mit dem Stock, mit den Ellenbogen oder mit der Schuler ausgeführt wird – ein Check gegen den Kopf ist immer illegal. Es spielt auch keine Rolle, ob der gecheckte Spieler den Kopf hoch oder tief hält.

Die umstrittene Matchstrafe gegen Goran Bezina ist also hundertprozentig korrekt. Er hat seinen Gegenspieler Anthony Guttig überrannt, am Kopf getroffen und Guttig ist bei dieser Aktion verletzt worden. Er wurde benommen in die Kabine geführt. Goran Bezina ist nach dieser Matchstrafe automatisch für das Spiel gegen die Slowakei (Sonntag, 19.15 Uhr, live SF2) gesperrt.

Orientierungsloses Spiel der Schweizer

Der Schweizer Schiedsrichterchef Reto Bertolotti bestätigt gegenüber 20 Minuten Online: «Der Entscheid ist richtig. Es gab gar keine andere Möglichkeit als gegen Goran Bezina eine Matchstrafe auszusprechen.» Eine Einschätzung, die auch von Einzelrichter Reto Steinmann aufgrund der TV-Bilder bestätigt wird.

Noch etwas kommt dazu: Die Schweizer hatten das Spiel in Griff bekommen und den 0:2-Rückstand aufgeholt. Es gab für den unsanften Riesen Goran Bezina (189 cm/99 kg) gar keinen Grund, in der gegnerischen Zone einen sieben Zentimeter kleineren und 17 Kilo leichteren Gegenspieler in dieser Art und Weise über den Haufen zu fahren. Diese Aktion passt letztlich zum so oft orientierungslosen Spiel der Schweizer.

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