Kriegsverbrecher: «Der Schlächter vom Balkan»: Die Jagd ist eröffnet
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Kriegsverbrecher«Der Schlächter vom Balkan»: Die Jagd ist eröffnet

Nach der Verhaftung von Radovan Karadzic konzentriert sich die Suche jetzt auf den Ex-General Ratko Mladic. Auch er ist seit 13 Jahren untergetaucht. Nun ist bekannt geworden, wo er sich bis Januar 2006 aufhielt: Im selben Quartier wie sein Kumpan Karadzic!

Die serbische Zeitung «Politika» hat heute eine Liste mit den ehemaligen Wohnorten des Ex-Generals Ratko Mladic veröffentlicht. Aufgeführt sind darin sieben Wohnungen, die sich bis auf eine Ausnahme alle in Neu-Belgrad befinden. Im selben Stadtteil war am Montag auch sein Kumpan Karadzic gefasst worden.

Laut «Politika» handelt es sich um Adressen, die den serbischen Behörden schon seit zwei Jahren bekannt sind. Seit 13 Jahren ist Mladic untergetaucht. In den aufgeführten Wohnungen soll er bis Januar 2006 jeweils Unterschlupf gefunden haben. Die Aufenthaltsorte hätten eine zentrale Rolle im laufenden Prozess gegen elf angebliche Helfershelfer des früheren Militärchefs der bosnischen Serben gespielt, so «Politika».

Ohne Verhaftung kein EU-Beitritt

Mladic ist vom UN-Kriegsverbrechertribunal seit 13 Jahren wegen schwerster Kriegsverbrechen angeklagt. Doch bis 2001 konnte er sich in seinem Heimatland völlig frei bewegen und war Medienberichten zufolge zuletzt in einem Belgrader Fussballstadion gesehen worden. Seitdem hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass Mladic von der Armee in deren Kasernen versteckt werde. Die Militärführung hat das stets bestritten. Die Regierung beteuerte wiederholt, sie kenne den Aufenthaltsort nicht.

Nach der Verhaftung Karadzics ist der politische Druck auf Serbien, nun unverzüglich auch den «Schlächter vom Balkan» dingfest zu machen, massiv gestiegen. Die USA und auch die EU haben entsprechende Forderungen klar und deutlich zum Ausdruck gebracht und die Verhaftung des Ex-Generals zur Voraussetzung für einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union erklärt.

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