Aktualisiert 18.06.2016 17:22

Bolligen BE

Der schmalste Fussweg der Schweiz?

Eine gelbe Bodenmarkierung sorgt in Bolligen für Stirnrunzeln. Seit einer Woche führt ein schmaler Fussgängerweg vom Studentenwohnheim zum Bahnhof.

von
aha
Ist das der schmalste Fussgängerweg der Schweiz?

Ist das der schmalste Fussgängerweg der Schweiz?

Leser-Reporter

«Soll das ein Fussgängerweg für Magersüchtige sein?», fragte sich eine Leser-Reporterin, als sie vor kurzem beim neuen Studentenwohnheim vorbeispazierte. Tatsächlich ist der eingezeichnete Weg sehr schmal. «Etwa 80 Zentimeter», schätzt die Leser-Reporterin.

Sie sieht darin eine Gefährdung für die Fussgänger. «Es gibt keine Signalisation, also können Autofahrer theoretisch mit 50 Kilometern pro Stunde dort entlangfahren», so die ausgebildete Fahrlehrerin. Das könne es ja nicht sein. Ihr Vorschlag: Die Einführung einer 20er-Zone, so dass die Fussgänger automatisch Vortritt haben.

Auch dem Bolliger Gemeindepräsidenten ist der Weg bereits aufgefallen. «Als ich mit dem Velo durchfuhr, dachte ich, dass der Weg sehr schmal ist», so Rudolf Burger. Der Bolliger Bauverwaltung sind die Hände gebunden: «Es handelt sich hier nicht um eine öffentliche Anlage», so der Leiter des Tiefbauamts, Renato Ravioli. Die Markierungen seien von der Verkehrspolizei im Auftrag der Bauleitung des Studentenwohnheims angebracht worden.

Aus Sicherheitsgründen angebracht

Der zuständige Architekt, Raffael Graf von der Bauart Architekten und Planer AG, gibt auf Anfrage von 20 Minuten Entwarnung: «Bei den Bodenmarkierungen handelt es sich nicht um einen Fussgängerweg.» Die Linien seien einzig und allein aus Sicherheitsgründen angebracht worden. Mit den Bodenmarkierungen wollte man erreichen, dass die Leute geschützt aus dem Gebäude gelangen können und die Autos nicht zu nahe am neuen Gebäude entlangfahren. «Dabei mussten wir die vorgegebene Fahrbahnbreite von dreieinhalb Metern einhalten», sagt Graf weiter. Dass der Weg eher schmal ist, streitet Graf nicht ab. Jedoch: «Der eigentliche Fussgängerweg befindet sich gegenüber auf dem Perron, abgegrenzt von Betonquadern.» Dieser sei mit drei Metern auch sicher breit genug.

Die gelben Markierungen seien darüber hinaus vorerst provisorisch angebracht worden – der definitive Asphaltbelag folgt im Oktober. Bewährt sich das Provisorium, würden die Linien auch auf dem neuen Strassenbelag angebracht, so Graf.

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