Skigebiete: Der Schnee ist zurück
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SkigebieteDer Schnee ist zurück

Der aktuelle Winter hat so wenig Schnee gebracht wie seit 1951 nicht mehr. Trotzdem machen die Skigebiete gute Geschäfte. Zur Zeit feiert der Winter aber ein Mini-Comeback.

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rub/aeg
Auf Schweizer Skipisten gabs in den letzten Wochen nicht nur viel weiss, sondern auch grün.

Auf Schweizer Skipisten gabs in den letzten Wochen nicht nur viel weiss, sondern auch grün.

Erstmals seit fünf Wochen musste das trockene und oft sonnige und milde Wetter wegen einer Störungszone am Sonntag wiederholten Niederschlägen weichen. Die Schneefallgrenze sank auf rund 1000 Meter. Am Alpennordhang, von den Waadtländer Alpen bis ins Sarganserland, sind zwischen 1000 und 2000 Höhenmetern nach Angaben von Reto Vögeli von MeteoNews 5 bis 15 cm Schnee liegen geblieben.

Und es geht weiter: In der Nacht auf Montag und am Montag dürften ab 1100-1300 Metern weitere 5-10 cm Schnee fallen, «vor allem in der Zentral und Ostschweiz», sagt Vögeli. Im Westen falle hingegen nur noch wenig Schnee. Und auch im Süden, so etwa im Engadin und im Wallis, werde es erneut höchstens eine dünne Schicht geben.

Eine «angezuckerte Landschaft» könnten am Montagmorgen auch viele Menschen im Flachland antreffen. Denn die Schneefallgrenze sinkt in der Nacht auf 400 bis 700 Meter. Die Temperaturen sollten am Morgen aber bald auf 3 Grad ansteigen. Schneeregen wird einsetzen. «Der Schnee ist im Nu weggeschmolzen», meint Vögeli. Trotzdem sollten sich die Autofahrer wieder auf etwas heiklere Strassenverhältnisse einstellen.

Schneearme Skigebiete

Schneeärmster Winter seit Jahrzehnten

Am Alpennordhang, im Wallis und in Nordbünden gab es seit 60 Jahren keinen Winter, in dem Mitte Februar so wenig Schnee lag wie dieses Jahr. Das zeigt eine Analyse des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos. Wie ein SLF-Klimatologe gegenüber der Sonntags Zeitung sagt, hatte der Winter zwar schneereich begonnen, doch im Januar regnete es bis in höhere Lagen, «und seither fehlten die Niederschläge völlig».

Am ehesten zu vergleichen ist die Situation mit den Wintern 2007 und 1993, die bisher als die schneeärmsten galten.

Skigebiete verkaufen mehr Tickets als im Vorjahr

Trotzdem fällt die Zwischenbilanz zahlreicher Skigebiete für den bisherigen Winter positiv aus. Wendelin Keller, Geschäftsführer von Hoch Ybrig SZ, sagt gegenüber der Zeitung «Der Sonntag»: «Gegenüber dem Vorjahr liegen wir beim Ticketverkauf 15 Prozent im Plus. Vor allem zwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir mehr Gäste als sonst.»

Auch Ariane Ehrat, CEO der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz GR, zeigt sich zufrieden. «Die Ersteintritte bei den Bergbahnen haben zwischen Oktober und Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent zugenommen. Im Januar verzeichnen wir dort ein Plus von 2,8 Prozent.» Noch immer seien die Pisten in hervorragendem Zustand, sagt Ehrat zum «Sonntag».

Einbussen bei den Logiernächten

Auch Gstaad, Zermatt, Wildhaus, Arosa, Grindelwald, Sedrun und Grächen ziehen ein positives Zwischenfazit: Sie haben bisher rund 1 bis 3 Prozent mehr oder zumindest gleich viele Tickets verkauft wie im vergangenen Winter, der besonders schneereich war. Begründung für die Zunahme: Hervorragendes Wetter, das viele Tagesausflügler in die Berge lockte.

Einbussen müssen die meisten Skigebiete bei den Logiernächten hinnehmen. Hier zieht Schweiz Tourismus eine durchzogene Bilanz. Dies vor allem auf Grund des starken Frankens.

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