Supercomputer: Der Schnellste kommt aus China
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SupercomputerDer Schnellste kommt aus China

Mit dem Ungetüm «Tianhe-2» hat sich China auf den ersten Platz der schnellsten Rechner der Welt katapultiert. Auch die Schweizer leisten ihren Beitrag im Supercomputer-Geschäft.

von
pru

In der am Montag veröffentlichten «Top 500»-Liste der schnellsten Rechner, setzte sich Chinas Supercomputer an die Spitze. (Video: Reuters)

Der schnellste Supercomputer der Welt kommt aus China und wird Ende dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen. «Tianhe-2», auf deutsch Milchstrasse, kommt auf eine Rechenleistung von 33,86 Petaflops (Billiarden Rechenschritte) pro Sekunde - fast die doppelte Leistung der bisherigen Nummer eins.

Die neue Anlage wurde an der Universität für Verteidigungstechnologie gebaut und soll im Supercomputerzentrum in Guangzho ihren Dienst aufnehmen. Betrieben wird der Rechner ausschliesslich mit Prozessoren von Intel. Neben Xeon-Chips nutzt «Milky Way» auch Xeon Phi-Koprozessoren, die Intel erst vor sechs Monaten auf den Markt gebracht hat.

USA auf Platz zwei

Die Anlage «Titan» des US-Herstellers Cray ist nun Nummer zwei. Sie wird vom amerikanischen Energieministerium in Oak Ridge (Tennessee) unter anderem für Material- und Klimaforschung sowie für Nuklear-Simulationen genutzt. «Titan» war mit einer neuartigen Architektur vor einem halben Jahr an die Spitze gelangt.

Ihre Leistung von 17,59 Petaflops bezieht die Anlage dadurch, dass sie 90 Prozent der Rechenleistung von Grafikprozessoren des Herstellers Nvidia erledigen lässt. Den Rest übernehmen Mehrkern-Prozessoren von AMD. Grafikprozessoren (GPU) sind vor allem dafür ausgelegt, einfache Rechenaufgaben besonders schnell abzuarbeiten.

Schweizer Kühlung auf Rang neun

China ist wie Deutschland unter den Top Ten mit zwei Anlagen vertreten. Der SuperMuc (2,8 Petaflops) im Leibniz-Rechenzentrum bei München kommt auf Platz neun (zuvor Platz sechs). Seine Leistung verdankt er einer in der Schweiz entwickelten Warmwasserkühlung. Japan platziert seinen K-Computer von Fujitsu auf Rang vier, die USA dominieren die Top Ten mit insgesamt vier Anlagen.

80,4 Prozent der Anlagen aus den Top 500 laufen inzwischen mit Prozessoren von Intel. Leistungsfähige Chips schafften die Möglichkeit, wichtige wissenschaftliche Forschungen auch in Zukunft weiter voranzutreiben, sagte Intel-Manager Rajeeb Hazra. Ohne die grossen Fortschritte beim Supercomputing wäre heute vieles in Forschungsbereichen wie der Hirnforschung, Energie- und Klimaforschung, im Gesundheitswesen, aber auch in manchen Industrien nicht möglich.

Der Einsatz von Rechenleistung in kommerziellen Bereichen nehme enorm zu. Dass heute etwa neue Auto-Modelle detailreich und realistisch an Computern entworfen werden können, dürfe die gesamte Branche verändern.

Die aktuelle Liste der Top 500 wurde im Rahmen der International Supercomputing Conference (ISC) veröffentlicht, die diese Woche in Leipzig stattfindet. (pru/sda)

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