Aktualisiert 28.11.2011 08:21

Einsatz beendet

Der Schütze von Solothurn ist tot

Das Drama von Solothurn hat ein schreckliches Ende genommen. Die Polizei fand den Mann, der zuvor auf die Polizei geschossen hatte, tot in seiner Wohnung. Noch sind die Umstände seines Ablebens unklar.

von
mar/tog/ann/hag

Polizisten fanden den 40-jährigen Mann heute Morgen kurz vor 3.00 Uhr tot in seiner Wohnung, als sie diese stürmten. Zur Todesursache wollte sich Polizeisprecherin Thalia Schweizer nicht äussern. Im Moment sei nicht auszuschliessen, dass sich der Mann beim Schusswechsel am Vorabend mit der Polizei tödliche Verletzungen zugezogen habe. Erste Vermutungen lassen aber auf einen Suizid schliessen.

Die Polizei hatte sich frühmorgens kurz vor 03.00 Uhr zu einem Zugriff entschieden, wie Thalia Schweizer, Sprecherin der Solothurner Kantonspolizei, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Dabei stiessen die Einsatzkräfte auf die Leiche des Mannes. Bei der Erstürmung des Hauses in der Solothurner Weststadt war nicht geschossen worden.

Momentan befindet sich die Spurensicherung der Polizei in der Wohnung des Verstorbenen. Die Polizei wird in einer Pressekonferenz gegen Mittag zum Einsatz Stellung nehmen.

Polizei im Grosseinsatz

Seit dem frühen Morgenstunden des Sonntags hatte eine Sondereinheit der Polizei ein Mehrfamilienhaus im Solothurner Allmendquartier umstellt. In einer Wohnung im Erdgeschoss hielt sich jener Mann auf, der in der Nacht auf Sonntag beim Bahnhof West in Solothurn auf Polizisten geschossen hatte. Die Mutter des mutmasslichen Schützen, die offenbar die ganze Nacht mit ihm in der Wohnung war, konnte evakuiert werden. Derweil verhandelte die Polizei mit dem Mann und versuchte, ihn zum Aufgeben zu bewegen.

Offenbar vergebens. Denn kurz nach 19 Uhr fielen mehrere Schüsse. Die Polizei erklärte, es habe sich um einen Schusswechsel gehandelt. Dies würde bedeuten, dass beide Seiten beteiligt waren, wie die Tagesschau des SF berichtet. Weitere Details dazu seien noch nicht bekannt.

Der Mann wohnte bei der Mutter. Nachbarn beschreiben die Familie als äusserst nett und freundlich. Der Sohn sei aber seit längerer Zeit arbeitslos gewesen und habe sich selten ausserhalb der Wohnung gezeigt.

«Sah aus wie ein Sturmgewehr 90»

«Ich konnte beobachten, wie mehrere Einsatzkräfte in schwarzer Montur über den Balkon der Anlieger-Wohnung im Parterre eindrangen», beschrieb ein Augenzeuge 20 Minuten Online seine Beobachtungen. Zudem wurden Leitern an die Hauswand gestellt, um in den oberen Stock zu gelangen (siehe Diashow). Zuvor hatte die Polizei rund 20 Bewohner aus dem Quartier evakuiert und in einer Turnhalle untergebracht. Zudem verteilte sie Bilder des Gesuchten.

Die Beamten waren dem Schützen von der Solothurner Innenstadt in den Westen gefolgt. Augenzeugen beschreiben das Gewehr, das er auf sich trug, als Militärwaffe. «Das sah aus wie ein Sturmgewehr 90», sagte ein Mann gegenüber 20 Minuten Online.

Angst in der Innenstadt

Leser-Reporter meldeten 20 Minuten Online am Sonntag bereits kurz nach Mitternacht, dass sich in der Solothurner Innenstadt ein «Irrer mit einer Waffe» herumtreibe. Ein weiterer Leser sah einen Mann in weisser Hose und Sturmhaube, der ein Gewehr auf sich trug. Die Polizei riegelte mehrere Strassen ab.

Bei der Aktion waren Dutzende Kantonspolizisten im Einsatz. Die Sondereinheit Falk der Solothurner Kantonspolizei wurde von Angehörigen der Sondereinheiten der Berner (Enzian) und der Aargauer (Argus) Kantonspolizei unterstützt.

(Quelle: YouTube/Live1.TV) (mar/tog/ann/hag/sda)

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