Aktualisiert 25.10.2015 10:51

GesundheitDer Schweiz droht ein Blutmangel

Die Anzahl der Blutspender geht zurück. Worin die Gründe liegen und was das für die Schweiz bedeutet.

von
fal
Künftig ein Bild mit Seltenheitswert in der Schweiz? Eine Spenderin lässt sich Blut abnehmen. (Symbolbild)

Künftig ein Bild mit Seltenheitswert in der Schweiz? Eine Spenderin lässt sich Blut abnehmen. (Symbolbild)

Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ist zu einem beunruhigenden Schluss gekommen. «Der Schweiz droht in naher Zukunft eine Versorgungslücke» schreibt die «SonntagsZeitung» in ihrer heutigen Ausgabe mit Verweis auf die Forschungsarbeit.

Die Wissenschaftler hätten untersucht, wie sich der demografische Wandel auf die Blutspenden auswirken würde. Das Fazit: Ohne Gegenmassnahmen würde die Schweiz auf einen Spendermangel zusteuern. Hauptursache ist die Überalterung der Gesellschaft. Einerseits geht bis zu 70 Prozent des gespendeten Blutes an über 60-Jährige. «Je mehr Menschen dieses Alter erreichen, desto mehr Blut wird benötigt. Gleichzeitig dürfen über 60-Jährige nicht mehr spenden» berichtet die «SonntagsZeitung».

Flexibilität ist gefragt

Die Autoren sagen voraus, dass es zu nationalen Versorgungslücken kommen könnte. Spenden und Bedarf würden sich bereits in drei Jahren die Waage halten. «Unter unveränderten Vorzeichen würde so bis 2035 eine Versorgungslücke von bis zu 76000 Bluteinheiten entstehen», erklären die Verfasser der Studie. Einem Bedarf von 234000 Einheiten stünden 158000 Spenden gegenüber. «Die Studie bestätigt, was wir schon seit mehreren Jahren vermutet haben. Mittelfristig dürfte es zu wenig Spender geben.» Man müsse in den kommenden Jahren extrem flexibel sein, um rechtzeitig auf den steigenden Bedarf reagieren zu können.

Thomas Volken, der Autor der Studie, schätzt zwar die heutige Lage noch nicht als bedrohlich ein. Dennoch warnt er gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir sollten die Entwicklung nicht auf die leichte Schulter nehmen.»

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