Aktualisiert 19.05.2020 09:17

Sehr tiefer Stand

Der Schweiz droht ein Butterengpass

Der Bund hat das Importkontingent von Butter um Tausend Tonnen aufgestockt. Dies entspricht rund 2,3 Prozent der pro Jahr in der Schweiz verkauften Buttermenge.

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Schweizer Butter könnte 2020 ein knappes Gut werden. (Symbolbild)

Schweizer Butter könnte 2020 ein knappes Gut werden. (Symbolbild)

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Das befürchtet die Branchenorganisation Butter. (Symbolbild)

Das befürchtet die Branchenorganisation Butter. (Symbolbild)

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Anfang Mai seien die Butterlager auf einem sehr tiefen Stand von 2300 Tonnen gewesen, heisst es seitens Bundesamt für Landwirtschaft.

Anfang Mai seien die Butterlager auf einem sehr tiefen Stand von 2300 Tonnen gewesen, heisst es seitens Bundesamt für Landwirtschaft.

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Darum geht es

  • Für 2020 zeichnet sich ein Butterengpass ab.
  • Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) stellte deshalb ein Gesuch, um das Importkontingent für Butter zu erhöhen.
  • Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erhöht das Kontingent um tausend Tonnen.

Für 2020 zeichnet sich eine ungenügende Versorgung des Marktes mit Schweizer Butter ab. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erhöht deshalb das Importkontingent Butter um tausend Tonnen, wie es am Dienstag mitteilte.

Anfang Mai seien die Butterlager auf einem sehr tiefen Stand von 2300 Tonnen gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung des BLW. Aufgrund der stabilen Milcheinlieferungen und der gleichzeitig höheren Käseproduktion sei in den vergangenen Monaten weniger Milchfett für die Butterherstellung zur Verfügung gestanden.

Aufstockung auf 1. Juni

Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) habe deshalb ein Gesuch gestellt, das Importkontingent für Butter zu erhöhen. Das BLW habe daraufhin entschieden, das Teilzollkontingent Butter wie beantragt auf den 1. Juni 2020 um tausend Tonnen zu erhöhen. Die Versteigerung der Kontingentsanteile laufe bis am 26. Mai 2020.

Tausend Tonnen entsprechen rund 2,3 Prozent der pro Jahr in der Schweiz verkauften Buttermenge. Die Branchenorganisation begründet gemäss Angaben des BLW ihr Gesuch damit, dass bis Ende April erfahrungsgemäss rund viertausend bis fünftausend Tonnen Butter in den Tiefkühllagern liegen sollten, um die Versorgung mit Butter über das ganze Jahr zu sichern.

Engpass auf Ende Jahr verhindern

«Einen Engpass bei der Butterversorgung insbesondere auf Ende Jahr gilt es zu verhindern», schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft. Die Erhöhung des Importkontingents gelte nur für das laufende Jahr. Die Verarbeiter und der Handel hätten im Rahmen der Gespräche in der BO Milch zugesagt, die Milchproduzenten an den durch das knappe Angebot an Milchfett zu erwartenden Preisaufschlägen für Butter zu beteiligen.

Am 1. April 2020 hatte der Bundesrat mit der Änderung der Agrareinfuhrverordnung die Kompetenz zur Erhöhung des Teilzollkontingents Butter bis Ende September 2020 ans BLW delegiert. Diese Kompetenzverschiebung ermögliche ein rascheres Handeln im Hinblick auf eine angemessene Versorgung des Schweizer Buttermarkts.

Innerhalb des Teilzollkontingents kann Butter zum tieferen Kontingentszollansatz von 20 Rappen pro Kilogramm importiert werden. Gemäss der Agrareinfuhrverordnung werden die Kontingentsanteile versteigert.

(SDA/kat)
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