Datenchaos droht: Der Schweiz fehlen die Daten für einen Impfpass
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Datenchaos drohtDer Schweiz fehlen die Daten für einen Impfpass

Hunderttausende haben in der Schweiz bereits eine Corona-Impfung erhalten. Ein Impfpass soll möglichst rasch mehr Freiheit bringen. Doch bisher erhalten Geimpfte nur einen Zettel, ein zentrales Register gibt es nicht.

Wer hat das Vakzin schon bekommen? Impfdosen in der Zürcher Kantonsapotheke. (Archivbild)

Wer hat das Vakzin schon bekommen? Impfdosen in der Zürcher Kantonsapotheke. (Archivbild)

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Ein internationaler Impfpass soll Reisefreiheiten bringen.

  • Es fehlen in der Schweiz jedoch die Datenbanken, in denen alle Corona-Impfungen inklusive der notwendigen Personendaten erfasst werden.

  • Dafür fehlen die gesetzlichen Grundlagen.

National- und Ständerat sind sich einig: Auch die Schweiz soll Impfpässe ausstellen – persönlich und fälschungssicher sollen sie sein sowie überall auf ihre Authentizität überprüfbar, auch auf Reisen ins Ausland. So steht es im neuen Covid-Gesetz, bei dem heute im Parlament die Schlussabstimmungen anstehen. Der Bundesrat dürfte sich bei der Ausgestaltung des Impfpasses am Projekt der EU orientieren. Erst am Mittwoch hat sie dem Schengen-Land Schweiz eine Zusammenarbeit angeboten.

Doch da gibt es ein Problem. Basis für einen Impfpass nach den Vorstellungen des Schweizer Parlaments und der EU sind Datenbanken, in denen alle Corona-Impfungen inklusive der für den Impfpass notwendigen Personendaten erfasst werden. Solche existieren in der Schweiz nicht, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigte. Es fehle eine gesetzliche Grundlage für ein Impfregister, sowohl auf Bundesebene als auch in den Kantonen – selbst mit dem neuen Covid-Gesetz.

Die Frage, woher die Daten für die Impfpässe genommen werden könnten, werde gegenwärtig abgeklärt, sagt das BAG. Wunschlösung ist laut der Zeitung das elektronische Impfbüchlein. Der Eintrag in das Produkt einer privaten Stiftung ist freiwillig. Wählen die Geimpften die Option an, können ihre Daten aus den Impfzentren erfasst werden. Bislang macht aber nur etwa die Hälfte der Geimpften mit, heisst es im «Tages-Anzeiger».

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(chk)

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