Aktualisiert 24.11.2015 14:44

Siroop.ch

Der Schweizer Amazon-Konkurrent ist online

Der digitale Marktplatz Siroop von Swisscom und Coop geht ans Netz. Die Plattform kassiert von den Händlern eine Kommission von sechs bis zehn Prozent.

von
S. Spaeth

Von Fotokameras über Fernseher bis hin zu Fahrrädern und Flakons mit Parfüm: 30'000 Artikel umfasst derzeit das Sortiment des am Dienstagvormittag gestarteten Marktplatzes Siroop.ch. Die Plattform ist ein Joint Venture von Coop und Swisscom. Das Ziel: eine Drehscheibe für Produkte von nationalen und regionalen Händlern zu werden, aber auch Artikel aus Betrieben der Coop-Gruppe zu verkaufen.

«In der Pilotphase beschränken wir uns bewusst auf ein reduziertes Angebot», sagt Siroop-CEO Constantin Hilt im Gespräch mit 20 Minuten. Die grösste Anzahl der Produkte kommt aus den Bereichen Beauty und Pflege, gefolgt von Elektronik. Siroop will laut eigenen Angaben langfristig der beliebteste Online-Marktplatz sein.

Galaxus hat 250'000 Artikel

Das Ziel von Siroop ist eine Kampfansage an den US-Riesen Amazon und die Plattform Galaxus von Migros, die seit 2010 am Netz ist. Ist der Rückstand auf die Konkurrenz überhaupt noch einzuholen? «Wir sind überzeugt von unserer Tätigkeit und glauben an unsere Vision», sagt Hilt. Ein konkretes Ziel bei der Anzahl Artikel will der CEO aber nicht kommunizieren. «Unser Ansatz ist es nicht, das grösste, sondern das relevanteste Sortiment zu haben.»

Der Migros-Marktplatz Galaxus zählt zusammen mit dem integrierten Elektronik-Händler Digitec aktuell rund 250'000 Artikel. «Wir sind auf den Markteintritt von Siroop sehr gespannt, Angst haben wir aber keine», sagt Digitec-Galaxus- Sprecherin Stefanie Hynek zu 20 Minuten. Preislich bewegen sich die beiden Plattformen in ähnlichen Sphären.

Gewinne verspricht sich Siroop in Form von Kommissionen. Bei Elektronikartikeln kassiert Siroop vom Händler nach einer kommissionsfreien Startphase eine Verkaufsgebühr von 6 Prozent, bei Waren aus anderen Kategorien sind es 9,9 Prozent. Hinzu kommen die Kosten für die Logistik. Eine Anfangsinvestition für Händler gibt es nicht. «Auch gute Migros-Produkte könnte ich mir auf Siroop.ch vorstellen», sagt Coop-Chef Joos Sutter kürzlich. Auch Galaxus bindet Dritthändler und Partner in sein Sortiment ein, will aber über Konditionen keine Auskunft geben.

Chance für kleine Händler

Im Unterschied zur Konkurrenz bietet Siroop den lokalen Händlern die Möglichkeit, sich auf der Plattform zu präsentieren. Auf der Plattform präsent sind bereits der Berner Velohersteller Thömus von Stromer-Erfinder Thomas Binggeli und die Berner Messerschmiede Klötzli. Zudem sind der Beauty-Online-Shop Magando, die Import-Parfümerie sowie Coop Bau+Hobby auf dem Marktplatz vertreten. «Wir stellen keine Anforderungen an die Grösse der Händler. Auch das Lädeli um die Ecke ist erwünscht», sagt Hilt.

Siroop biete die Option, Pakete an einer von aktuell zwölf Pick-up-Stationen abzuholen, beispielsweise in ausgewählten Coop-Pronto-Shops in der Stadt Bern. Landesweit werden die Pakete per Post versendet. Rücksendungen von Artikeln sind kostenlos. Bei anprobierten Kleidern erstattet Siroop den ganzen Kaufpreis zurück, bei geöffneten Elektronikartikeln 85 Prozent, wie den allgemeinen Geschäftsbedingungen zu entnehmen ist.

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