Märkte: «Der sichere Hafen Gold»
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Märkte«Der sichere Hafen Gold»

Der Euro hat sich von den Verlusten dieser Woche erholt. Der Goldpreis erreichte derweil eine neue Rekordhöhe.

Der Euro hat sich etwas von seinen Kursverlusten am Vortag erholt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1.2680 US-Dollar. Im frühen Handel war sie noch in Richtung 1.26 Dollar gesunken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1.2686 (Dienstag: 1.2698) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0.7883 (0.7875) Euro.

«Der Euro hat heute vor allem von der besseren Stimmung an den Aktienmärkten profitiert», sagte ein Commerzbank-Devisenexperte. Positiv für den Euro sei zudem die Ankündigung zusätzlicher Sparanstrengungen in Spanien gewesen.

Ministerpräsident José Zapatero hatte am Mittwoch ein zusätzliches Sparpaket präsentiert, das die Staatsausgaben Spaniens verringern soll. Spanien ist wie viele andere Euro-Länder hoch verschuldet, was den Euro in den letzten Wochen stark belastet hatte.

Obwohl sich die Lage an den Finanzmärkten mit dem gigantischen Rettungsschirm von einer Dreiviertel Billion Euro zuletzt beruhigt hatte, gilt der Euro immer noch als angeschlagen. «Die Nervosität am Devisenmarkt ist nach wie vor hoch», sagte der Devisenexperte weiter.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0.84940 (0.85960) britische Pfund, 118.06 (117.38) japanische Yen und 1.4062 (1.4095) Franken fest.

Goldpreis auf Rekordhöhe

Der Goldpreis ist indes von Rekord zu Rekord geeilt. Das Londoner Vormittagsfixing lag bei 1.241,25 Dollar, das Nachmittagsfixing bei 1.237,50 Dollar. Zwischenzeitlich wurden in New York sogar 1.245 Dollar erreicht - ein historisches Hoch. Auch in anderen Währungen wie Euro oder Franken markierte der Goldpreis neue Höchststände. Weil das Edelmetall von einer Geldentwertung nicht betroffen ist, gilt Gold als krisenfeste Anlage.

«Die Flucht in den sicheren Hafen Gold wird noch eine Weile anhalten», sagte ein Analyst. Der Markt müsse den am Wochenende beschlossenen 750 Mrd. Euro schweren Rettungsschirm für strauchelnde EU-Staaten erst einmal verdauen. «Dies ist eine Art Weckruf bezüglich der Sicherheit von Staatsanleihen.»

Bei Rohöl hielten sich Anleger mit Käufen zurück. Der Preis für ein Barrel der richtungsweisenden US-Sorte WTI blieb fast unverändert bei 76.38 Dollar je Fass (159 Liter). Hier drückte Börsianern zufolge die gesenkte Verbrauchsprognose der Internationalen Energie Agentur (IEA) auf die Stimmung.

Deren Experten reduzierten ihre Erwartungen für den weltweiten Bedarf um 50 000 auf 1,62 Millionen Fass pro Tag. Die Nordsee- Ölsorte Brent verteuerte sich allerdings um 0,9 Prozent auf 81.24 Dollar. Grund für den gewachsenen Preisunterschied zu WTI seien die rekordhohen US-Rohölbestände, sagten Börsianer.

(sda)

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