Aktualisiert 19.05.2019 09:15

Nach titellosen Jahren

Der silberne Kübel ist in Basel wieder etwas wert

Am Sonntag spielt der FCB gegen den FC Thun um den ersten Pokal seit 2017 – und den vielleicht wichtigsten Cupfinal seit 2007.

von
E. Tedesco

Jahrelang zählte am Rheinknie nur der goldene Meisterpokal. Für die silberne Cup-Trophäe hatte man Ende Saison meist nur ein müdes Lächeln übrig. In diesem Jahr ist der Schweizer Cup für den FCB aber wichtiger denn je. Denn der FCB will auf eine letzte titellose Saison nicht eine zweite folgen lassen. YB verteidigte die Meisterschaft souverän. So hofft man, wenigstens diesen Wettbewerb zu gewinnen und endlich wieder am Barfi feiern zu können.

Hat der silberne Pokal in diesem Jahr deshalb einen anderen Stellenwert? «Das kann man vielleicht so sagen», sagt Albian Ajeti. «Wir haben nicht die beste Zeit hinter uns und deshalb ist auf einmal dieser Cuptitel sehr, sehr wichtig.» Wie jeder Titel, ergänzt Ajeti, aber jeden könne der FCB derzeit nicht holen. Zu weit ist YB den Baslern in der Liga entrückt. Vor zwölf Jahren befand sich der FCB in einer ähnlichen Situation.

Ein Kübel für die Glückseligkeit

2006 verlor Rotblau den Titel an den FCZ. Basel litt lange an den Folgen der Last-Minute-Niederlage, der Schande vom 13. Mai, den deshalb verhängten Geisterspielen – und musste auch 2007 zusehen, wie Zürich die Meisterschaft erneut feierte. Wie 2019 erhielt deshalb auch damals der Cupfinal eine besondere Bedeutung. Der FCB holte den Pokal gegen Luzern. Ein Jahr später war das Double wieder Tatsache. Aber der unspektakuläre Fussball von Trainer Christian Gross schürte immer mehr Unmut. Als der Zürcher 2008/09 alle Ziele verpasste, wurde er im Sommer 2009 entlassen.

Für den Verein steigt am Sonntag das vielleicht wichtigste Cupspiel seit 2007. Definitiv wichtig ist die Begegnung in Bern für Marcel Koller. Der Zürcher hat den FCB in der Rückrunde zwar stabilisiert und ungefährdet auf den 2. Tabellenplatz geführt. Aber auch er weiss, dass in Basel Titel erwartet werden. Und für Glückseligkeit am Rheinknie hilft nur eines: ein Cupsieg zum versöhnlichen Ende einer insgesamt enttäuschenden Saison.

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