Sechseläuten 2016: Der Sommer wird so garstig wie der Montag

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Sechseläuten 2016Der Sommer wird so garstig wie der Montag

Erst verlor der Böögg den Kopf, erst danach ging dieser auch in die Luft: Mit 43 Minuten und 34 Sekunden stellt er einen neuen Negativrekord auf. Der Bööggbauer nimmts mit Humor.

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sda/som/rom

Der Volksmund sagt: Je schneller es geht, bis der Kopf explodiert, desto besser wird der Sommer. In diesem Jahr stand der Scheiterhaufen jedoch den ganzen Tag im Regen. Das Brennholz und der Böögg waren komplett durchnässt.

Ohne reichlich Brandbeschleuniger hätte der Haufen nicht einmal Feuer gefangen. Bis die Kracher in der Figur explodierten, dauerte es bereits über 40 Minuten.

Gestell kippt zu Boden

Der Kopf, der für die Wettervorhersage ausschlaggebend ist, wollte sich aber nicht ans Drehbuch halten und kippte mitsamt dem Gestell vom Scheiterhaufen. Erst auf dem Boden ging er in die Luft. Menschen und Pferde kamen keine zu Schaden.

Für Bööggbauer Lukas Meier, der den Böögg zum ersten Mal alleine gebaut hat, ist der Dauerregen Schuld an der Rekordzeit: «Zum Glück ist der Knaller dann noch gekommen», sagt er zu 20 Minuten.

Ob die Wettervorhersage etwas taugt, wird sich im Sommer zeigen. In den vergangenen Jahren erwies sich der Böögg in seiner Funktion als Wetterfrosch jeweils als nicht sehr verlässlich.

So sagte er etwa im vergangenen Jahr ebenfalls einen miesen Sommer voraus. Der Sommer 2015 ging dann aber als einer der heissesten in die Geschichte ein. Im Jahr zuvor war es genau umgekehrt.

Tropfnasse Zünfter

Das Wetter war das dominierende Thema des diesjährigen Sechseläutens. Regen und Kälte machten aus dem Frühlingsfest einen Härtetest für Regenschirme und Windjacken.

Während sich viele Umzugsgäste und Zuschauer mit Pelerinen und Schirmen vor dem Wetter zu schützen versuchten, kamen solche Hilfsmittel für viele der rund 3500 Zünfter aus Prinzip nicht in Frage. Lieber absolvierten sie den Umzug tropfnass, statt ihr historisches Kostüm mit Plastik zu verdecken.

Wetterbedingt standen in diesem Jahr deutlich weniger Schaulustige am Strassenrand als sonst. Viele hielten aber eisern durch, um einen Blick auf die zahlreichen Prominenten zu erhaschen.

Unter Pelerinen, Schirmen und Hüten gut versteckt zogen zahlreiche Bekannte aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness vorbei, unter anderem Bundesrat Ueli Maurer, Armee-Chef André Blattmann, Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam, Nationalratspräsidentin Christa Markwalder, Rockmusiker Chris von Rohr, Moderatorin Christa Rigozzi und Fussballtrainer Gilbert Gress.

Als externer Gast war die Luzerner Zunft zu Safran dabei, die mit der Fritschifamilie etwas Fasnachts-Stimmung verbreitete.

«Volkswurstbraten» für Wetterfeste

Wetterfeste Zuschauerinnen und Zuschauer versammelten sich nach dem offiziellen Teil um die Überreste des Böögg-Feuers - zum traditionellen «Volkswurstbraten». Die Zünfter begannen mit ihren gegenseitigen, feuchtfröhlichen Besuchen in den Zunftlokalen.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die Jungen auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an.

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