Sébastien Fournier: «Der Sonntagsschuss ist frustrierend»
Aktualisiert

Sébastien Fournier«Der Sonntagsschuss ist frustrierend»

Zwei späte Gegentore in den ersten beiden Partien der Rückrunde verschärfen für Servette den Kampf gegen den Abstieg. Trainer Sébastien Fournier wirft die Flinte aber noch nicht ins Korn.

von
Eva Tedesco

Servette führte in Thun bis zehn Minuten vor Schluss, ehe der Ausgleich zum 1:1 doch noch fiel. Trainer Sébastien Fournier ist frustriert. (Video: 20 Minuten Online)

Vor einer Woche kassierte Servette nach einem heroischen Kampf gegen GC doch noch eine Niederlage. Hopper Mergim Brahimi hat den Genfern mit seinem Treffer in der 79. Minute die aufkeimende Hoffnung auf den Punktgewinn zerstört. Am Sonntag hatte Servette in Thun kurz vor Spielschluss sogar drei Punkte vor Augen. Geoffrey Tréand hatte die Gäste in der 40. Minute in Führung geschossen. Wenig deutete auf den Ausgleich der Berner Oberländer hin.

Offenbar bleiben die Thuner aber so etwas wie ein Angstgegner für die Genfer. Seit dem Wiederaufstieg in die höchste Schweizer Spielklasse im Frühjahr 2011 konnte Servette die Berner Oberländer nämlich kein einziges Mal mehr besiegen. Einem Remis stehen fünf Niederlagen gegenüber. Aber es sollte auch an diesem 17. Februar 2013 nicht sein. Thuns Renato Steffen hämmerte aus rund 20 Metern den Ausgleich ins Netz. Ein Traumtor.

Remis bringt Servette nicht vorwärts

«Ein Sonntagschuss», sagt Fournier trocken. «Es ist frustrierend, jetzt haben wir schon vor einer Woche gegen GC in den Schlussminuten Punkte liegen gelassen und dann passiert und das in Thun auch. Wir haben wieder ein Tor kurz vor Schluss bekommen. Ich sage nicht, dass es fehlende Konzentration war, aber individuelle Sachen und ein Superschuss von Steffen. Mit ein bisschen mehr Glück hätte Tréand nach unserer Führung sein zweites Tor schiessen können und es hätte viel besser für uns ausgesehen. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber das 1:1 gegen Thun bringt uns nicht weiter.»

Die Punkteteilung im Kellerduell der Tabelle zwischen Thun und Servette hat die Ausgangslage der Genfer kein bisschen verbessert. Noch immer beträgt die Distanz auf den rettenden 9. Rang, derzeit vom FC Luzern besetzt, sieben Punkte. Mit einem Sieg wären es lediglich vier Zähler gewesen. Gegen direkte Abstiegskonkurrenten muss deshalb mehr rausschauen, als ein Remis. «Aber es ist fantastisch, mit wie viel Moral die Mannschaft Woche für Woche arbeitet. Aber klar, in solchen Momenten ist man frustriert», so Fournier.

Servette denkt nicht ans Aufgeben

«Wir sind sogar ziemlich frustriert», sagt Goran Karanovic, «in unserer Situation ist ein Punkt einfach nicht genug, und wenn du so lange in Führung liegst, ist der Frust sogar noch grösser. Aber wir müssen vorwärts schauen und versuchen, im nächsten Spiel gegen Lausanne zu gewinnen.» Natürlich sei die Situation keine einfache, aber die Stimmung in der Mannschaft gut. Noch seien genug Runden zu absolvieren, um den Abstieg abzuwenden, gibt sich der Genfer Offensivspieler kämpferisch. «In der Mannschaft denkt keiner ans Aufgeben.»

«Wir haben derzeit keinen Spieler, der den Unterschied ausmachen kann», so Fournier. Und es fehlte ein Vollstrecker. «Die Mannschaft erarbeitet sich zwar Chancen, aber es fehlt die Effizienz.» So ist auch der Grund, warum die Genfer so schlecht klassiert sind, nicht weit zu suchen. 14 Treffer in 20 Partien sind schlichtweg zu wenig. Im Gegenzug hat man 33 Gegentore zugelassen.

Nächster Anlauf im Romand-Derby

Dennoch denkt Fournier nicht daran, die Flinte ins Korn zu werfen. «Trotz der Sorgen in unserer Situation müssen wir bis zum Schluss so weiterarbeiten. Das ist normal für mich. Wir sind Profis und müssen bis zum Ende alles machen, um diese Situation zu drehen.» Die nächste Gelegenheit bietet sich für die Genfer am Samstag im Romand-Derby gegen Lausanne, das auf Platz 7 neun Punkte mehr auf dem Konto hat.

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