Aktualisiert 17.01.2019 21:43

Der Spassmacher

Subaru macht sein Geld mit zuverlässigen Kombis für den Hausgebrauch – für Sportwagen-Fans hatten die Japaner jedoch immer schon etwas im Angebot. Wie jetzt den auf 200 Exemplare limitierten WRX STI S209.

von
Michael Köckritz
17.1.2019
Der jüngste Spross aus Subarus semi-unabhängiger Sportwerkstätte STI (Subaru Tecnica International) hört auf den Namen WRX STI S209. Leider wird dieser nur in begrenzter Stückzahl für den amerikanischen Markt gebaut.

Der jüngste Spross aus Subarus semi-unabhängiger Sportwerkstätte STI (Subaru Tecnica International) hört auf den Namen WRX STI S209. Leider wird dieser nur in begrenzter Stückzahl für den amerikanischen Markt gebaut.

Subaru
Am Heck dominieren vier fette Auspuffrohre und die (für Subaru eher unüblichen) breiten Dunlops 265/35R19 auf den großartigen 19x9 BBS-Felgen. Die Brembo-Bremsen sind ebenfalls neu und verfügen nun über sechs Kolben an den Vorderachse und zwei Kolben hinten.

Am Heck dominieren vier fette Auspuffrohre und die (für Subaru eher unüblichen) breiten Dunlops 265/35R19 auf den großartigen 19x9 BBS-Felgen. Die Brembo-Bremsen sind ebenfalls neu und verfügen nun über sechs Kolben an den Vorderachse und zwei Kolben hinten.

Subaru
Subaru verpasste dem S209 eine deutliche Leistungssteigerung. Der Neue liefert 345 PS aus dem legendären EJ25 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxermotor. Das ist der größte Leistungszuwachs in der WRX-Geschichte, in den vergangenen 15 Jahren wuchs die Leistung von 300 auf 310 PS.

Subaru verpasste dem S209 eine deutliche Leistungssteigerung. Der Neue liefert 345 PS aus dem legendären EJ25 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxermotor. Das ist der größte Leistungszuwachs in der WRX-Geschichte, in den vergangenen 15 Jahren wuchs die Leistung von 300 auf 310 PS.

Subaru

Subaru gilt als Sonderling im internationalen Automobilgeschäft. Zwar mag die Marke zumeist Familientransporter mit Allradantrieb verkaufen – andererseits ist Subaru für seine brillant radikalen Strassensportler bekannt. Allerdings gibt es eine Gemeinsamkeit: So haben sowohl Subarus verlässliche Pragmatiker als auch die attraktiven Wadenbeisser eine extrem treue Fangemeinde. Und letztere wird sich wiederum über den WRX STI S209 freuen, den Jüngsten aus Subarus semi-unabhängiger Sportwerkstätte STI (Subaru Tecnica International). Wenn man einmal davon absieht, dass er nur in begrenzter Stückzahl für den amerikanischen Markt gebaut wird.

Dass sich die Japaner nicht um stromlinienförmige Marketing-Strategien und kurzlebige Trends der Autoindustrie kümmern, zeigt sich daran, wie wenig sich der neueste Sportler von seinem nun über 20 Jahre altem Stammbaum entfernt hat. Langlebigkeit ist das Motto der Firma aus Tokio. Das Allradsystem Symmetrical AWD, für das die Japaner berühmt sind, kam im Jahr 1972 auf den Markt, der Antriebsstrang mit dem ebenso typischen Vierzylinder-Boxer wird seit 23 Jahren fast unverändert gebaut. Der S209 ist die zehnte Inkarnation der WRX-S-Serie in 19 Jahren, eine Baureihe, die mit ihren Varianten des 22B – dem Spec C und dem legendären S204 – in Subarus Geschichte einging.

Den S209 gibts nur mit einer Sechs-Gang-Handschaltung

Es ist also wenig überraschend, dass Subaru auch diesmal an seinen Konventionen festhält: Der S209 wird nur mit einer Sechs-Gang-Handschaltung geliefert, was die hartgesottene Fraktion der Strassensportler-Fans in Entzücken versetzte. Da bei manuellem Schalten keine Paddles am Lenkrad notwendig sind, bleibt Platz für ein nostalgisches Überbleibsel aus Subaru-Rallye-Zeiten: die Wippe der hand-aktivierten Wasserkühlung für das Intercooler-Ansaugsystem. Eine halbe Sekunde am Paddle gezogen, ein langer Spritz, schon stehen ein paar mehr PS zur Verfügung. Ausreichend Retro-Gefühl vermittelt der S209 also schon, und das ist durchaus positiv gemeint.

Der 2,5-Liter-Turbo-Boxer-Motor EJ25 verfügt über 345 PS, was für Subaru einen geradezu fantastischen Leistungszuwachs darstellt. Der Vorgänger hatte 310 PS. Mehr Druck hat er auch – 393 Newtonmeter, was sich im Kurvenausgang ziemlich deutlich bemerkbar machen wird. Das Leistungsplus verdankt der S209 einem grösseren HKS Turbo mit deutlich höherem Ladedruck, geschmiedeten Kolben und Pleuel sowie einem stark überarbeiteten Ansaugsystem.

Beinahe die Rundenzeit des Cadillac ATS-V geknackt

Das Fahrwerk wurde ebenfalls verbessert. Dazu kommen speziell entwickelte Bilstein-Dämpfer, ein verstärkter Stabilisator im Heck und speziell von Dunlop für den S209 produzierte 265/35R19 SP Sport Maxx GT 600As auf 19x9-BBS-Felgen, was wiederum neue Radausschnitte notwendig machte. Das wiederum liess den WRX um vier Zentimeter in der Breite wachsen, was für zusätzlichen Sexappeal sorgt. Satoru Hasegawa, Chef des Vehicle Experiment Department bei STI, beteuerte bei einer Vorpräsentation auf der Rennstrecke von Virginia, dass der Wagen bei einer Testfahrt sehr nahe an die Rundenzeiten des um vieles grösseren und stärkeren Cadillac ATS-V kam und auf dem Skid Pad souverän 1G schafft. Wer sich davon wieder erholt, drückt auf die ebenfalls verbesserten Brembos, sechs Kolben vorne, zwei Kolben hinten – und steht in Rekordzeit.

Wie bei den STI-Modellen üblich, sorgt ein nicht zu übersehender Heckspoiler aus Carbon für die notwendige Bodenhaftung, weitere Hilfe leisten Mini-Wings an vorderen und hinteren Kotflügeln, die Turbulenzen an den Radausschnitten mindern sowie verbesserte – und deutlich vergrösserte – Lufteinlässe am Bug. Von diesen Hinguckern mal abgesehen, ginge der viertürige S209 als Untertreiber des Monats durch.

Beim Interieur hat sich nicht viel verändert. Die gigantischen, silbrig eingefassten Recaro-Sitze sind sicherlich hilfreich bei oben genanntem G-Wert – und der einzige Lichtpunkt im Schwarz und Rot gehaltenen Innenleben. Das Cockpit entspricht dem anderer STI-Modelle – von ein wenig Tokio-Rokoko einmal abgesehen. Das Lenkrad vermittelt Rallye-Feeling und der überdimensionierte Handbremshebel – WRX-typisch in Griffweite platziert – wartet auf die nächste Haarnadelkurve.

Gesamte Produktion ausschliesslich für den USA-Markt

Wie erwähnt liess Subaru auf der Detroit Auto Show verlauten, dass der S209 nur in einer limitierten Serie von 200 Stück gebaut wird und dass die gesamte Produktion ausschliesslich für den USA-Markt gedacht sei. Das wäre schade, allerdings ist eine Sonderedition für den europäischen Markt denkbar, vielleicht mit leicht geänderter Nomenklatur. Preise wurden bisher noch nicht bekannt gegeben, der WRX STI Type RA wird für etwas unter 50'000 Dollar gehandelt. Man kann davon ausgehen, dass der Preis des S209 deutlich höher liegen wird, eventuell sogar über dem des direkten Konkurrenten Audi RS3. Rechnet man mit ein, dass es sich um eine limitierte Auflage handelt, sollte man 60'000 Dollar kalkulieren.

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