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Der Spion, der lange lebte

Russlands ältester Spion und Agentenführer Boris Guds ist im Alter von 104 Jahren gestorben. Guds wirkte nach seiner Pensionierung als Berater bei Spionagefilme mit.

Der Senior der russischen Spionageabwehr starb demnach am Mittwoch. Der 1902 geborene Guds kannte noch den Begründer der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka, Felix Dserschinski (1877-1926), persönlich.

Von 1934 bis 1936 war Guds Resident des sowjetischen Geheimdienstes in Tokio. Er leitete zeitweise als Agentenführer den Spionagekreis um den deutschen Journalisten Richard Sorge in Japan. Sorge verriet den Sowjets zahlreiche kriegswichtige Geheimnisse und nannte das Datum des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion 1941.

In einer Säuberung 1937 verlor Guds seinen Posten im Geheimdienst und arbeitete danach als Busfahrer und Leiter eines Fuhrparks. Erst nach seiner Pensionierung trat er wieder öffentlich in Erscheinung, schrieb Bücher über die Geschichte der sowjetischen Geheimdienste und wirkte als Berater bei Spionagefilmen mit.

(sda)

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