Aktualisiert 17.03.2004 19:45

Neu im Kino: «Gothika»

Der Spuk im Frauengefängnis

Oscar-Gewinnerin Halle Berry kommt in «Gothika» in den Knast – und dort scheint es zu spuken.

Miranda Grey (Berry) arbeitet in einem amerikanischen Frauengefängnis als Kriminal-Psychologin. Geradlinig und rational behandelt sie die psychischen Problemfälle in der Woodward-Anstalt – sie ist die Abgeklärtheit in Person. Und auch in der Liebe läufts gut: Grey ist mit dem Gefängnisdirektor verheiratet. Doch dann dies: Nach einer nächtlichen Autofahrt nach Hause, bei der sie in einen Unfall verwickelt wird, wacht sie schweissgebadet auf. Und zwar in einer Zelle des Woodward-Gefängnisses.

Völlig von der Rolle, muss sie sich die Anschuldigung anhören, sie hätte ihren Mann umgebracht. Nur: Sie kann sich an nichts mehr erinnern – ausser an ein kleines Mädchen, das in der besagten Nacht vor ihrem Auto aufgetaucht ist. Niemand glaubt ihr, sie wird für verrückt gehalten. Je länger, desto mehr gerät sie in einen Strudel von Verschwörung und Überirdischem – denn in ihrer Zelle scheint es zu spuken.

«Gothika» ist zweifelsohne ein spannender Psychothriller. Die erste amerikanische Regiearbeit des französischen Regisseurs Mathieu Kassovitz («La Haine», «Les rivières pourpres») muss sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass sie unsauber ausgeführt wurde: Am Schluss tauchen nämlich mehr Fragen auf, als geklärt werden. Das liegt daran, dass die Gratwanderung zwischen Übersinnlichem und Rationalem nicht gelingt.

Halle Berry hingegen meistert ihre Verwandlung von der konsequenten Ärztin zum ratlosen Psychiatrie-Opfer auf eindrückliche Weise.

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