Aktualisiert 10.06.2009 22:44

Verkehsberuhigung«Der Stadtrat will das Rosengarten-Tram»

Die Rosengartenstrasse, die meistbefahrene Strecke der Stadt Zürich, soll beruhigt und mit einer Tramlinie ergänzt werden. Geht es nach dem Stadtrat, soll das Rosengarten-Tram aber nicht im städtischen Alleingang, sondern gemeinsam mit dem Kanton geplant werden.

«Der Stadtrat will das Rosengarten-Tram», stellte Stadtrat Andres Türler am Mittwoch vor den Medien klar. Die Vorlage müsse aber so ausgearbeitet werden, dass sie möglichst gute Chancen zur Verwirklichung habe.

Bei der Volksinitiative für ein «Rosengarten-Tram», lanciert durch die IG Westtangente, seien jedoch Zweifel angebracht.

Die Vorlage verlangt, innerhalb von zehn Jahren sei eine Tramverbindung zwischen Milchbuck und Albisriederplatz zu realisieren, von der Stadt im Alleingang geplant. Zwei Autospuren müssten zugunsten des Tramverkehrs aufgehoben werden. Alternativen für die Autofahrer sind nicht vorgesehen.

Problematisch sei die Vorlage in erster Linie, weil der Kanton Zürich vollständig ausgeklammert werde, sagte Türler. «Eine Insellösung zu planen, macht wenig Sinn.» Man müsse das Tram von Anfang an mit dem Kanton zusammen planen, ähnlich wie das Tram Zürich-West, an dem sich der Kanton auch finanziell beteiligte.

«Autos weichen ins Quartier aus»

Wenig erfolgversprechend sei die Vorlage aber auch, weil sie keine Massnahmen für den Autoverkehr vorsehe, sagte Stadträtin Ruth Genner. «Auch die Autos müssen geleitet werden, sonst weichen sie in die Quartiere aus.» Betroffen wären insbesondere die umliegenden Quartierstrassen, aber auch Schaffhauserstrasse und Rotbuchstrasse. Auch dieses Problem könne Zürich nicht im Alleingang lösen.

Den Gegenvorschlag zur Initiative präsentierte der Stadtrat am Mittwoch. Er sieht vor, das «Rosengarten-Tram» zuerst im regionalen Richtplan einzutragen und von Anfang an in Zusammenarbeit mit dem Kanton zu planen. Um das Ausweichen in die Quartiere zu verhindern, sollen zudem flankierende Massnahmen abgeklärt werden.

Man strebe den «gewohnten Ablauf» an, sagte Türler. Den dadurch längeren Zeitrahmen nimmt der Stadtrat in Kauf. Sollte der Gegenvorschlag verwirklicht werden, könnte frühestens 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Fussgängerstreifen als Sofortmassnahme

Auch von der Initiative «Sofortmassnahmen Zürich Nord-West» ist der Stadtrat wenig überzeugt. Eine Busspur auf der Rosengartenstrasse bringe wenig, sagte Genner. Die Spurreduktion werde die Autos - ähnlich wie bei der Tramvorlage - nur in die Quartiere ausweichen lassen.

Der Gegenvorschlag zur dieser Initative setzt auf einfach zu realisierende Fussgängerstreifen und Lichtsignalanlagen. Durch die Übergänge für Passanten verliere die Rosengartenstrasse ihre trennende Wirkung, ist der Stadtrat überzeugt. Lärmschutz-Massnahmen sollen die Quartierbevölkerung zusätzlich vor den Auswirkungen des Autoverkehrs schützen.

Damit würde die Stadt Massnahmen umsetzen, welche sie den Anwohnern seit Jahren verspricht. «Wir wissen, dass die Stadt immer wieder Versprechungen gebrochen hat», sagte Genner. Nun wolle man das Problem aber endlich angehen.

Beide Gegenvorschläge werden nun vom Zürcher Gemeinderat behandelt. Sofern die IG Westtangente ihre Anliegen daraufhin nicht zurückzieht, kommen beide Vorlagen vors Volk. Frühester Termin für eine Abstimmung ist Juni 2010. (sda)

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