Aktualisiert 27.01.2017 07:31

Vitamin-D-MangelDer ständige Nebel macht krank

Im Januar schien die Sonne im Flachland fast nie. Das hat Folgen: Es droht Vitamin-Mangel. Das können Sie dagegen tun.

von
V. Fehlmann
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Grau, grau, grau: Im Flachland hat sich die Sonne im Januar 2017 nur selten gezeigt. Mancherorts war es sogar einer der fünf trübsten Jahresanfänge seit Messbeginn.

Grau, grau, grau: Im Flachland hat sich die Sonne im Januar 2017 nur selten gezeigt. Mancherorts war es sogar einer der fünf trübsten Jahresanfänge seit Messbeginn.

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Auch in Zürich kann die Sonne am Donnerstag nur durch den Nebel erahnt werden. Von Bergen ist weit und breit nichts zu sehen.

Auch in Zürich kann die Sonne am Donnerstag nur durch den Nebel erahnt werden. Von Bergen ist weit und breit nichts zu sehen.

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Auf der anderen Seite der Nebeldecke sieht es schon anders aus, wie das Bild vom Dienstag von der Riederalp beweist.

Auf der anderen Seite der Nebeldecke sieht es schon anders aus, wie das Bild vom Dienstag von der Riederalp beweist.

Keystone/Georgios Kefalas

Bis Donnerstag wurden in Aarau im Januar lediglich 11,3 Sonnenstunden gezählt. In Luzern (12,7) und Zürich Flughafen (13,2) waren es kaum mehr. Die verbleibenden Tage dürften daran kaum etwas ändern, teilt Meteonews mit. Das ist ungewohnt: Im langjährigen Mittel werden im Januar sonst 50 Sonnenstunden erwartet. Laut dem Wetterdienst war der Januar 2017 folglich der sonnenärmste der letzten 20 Jahre. Teilweise zähle er sogar zu den fünf trübsten seit Messbeginn. Nur in den Bergen und auf der Alpensüdseite sind Sonnenhungrige auf ihre Kosten gekommen. In Lugano wurden bereits 138 Sonnenstunden gezählt.

Erklären kann man die Sonnenarmut im Flachland in erster Linie mit den anhaltenden Inversionswetterlagen mit Nebel oder Hochnebel, schreibt Meteonews. Das hat Folgen: Fehlt die Sonne, mangelt es dem Körper an Vitamin D. 20 Minuten erklärt, was das für die Gesundheit bedeutet.

Wozu brauche ich Vitamin D?

Das Vitamin hilft dem Körper, Calcium aufzunehmen. Damit werden die Knochen gestärkt. Auch die Muskulatur wird durch Vitamin D unterstützt. Bei Kleinkindern unterstützt es ebenfalls die Knochenbildung.

Wie viel Vitamin D brauche ich?

Die offiziellen Empfehlungen wurden erst vor kurzem angehoben. «Ein Säugling sollte in seinem ersten Jahr etwa 10 Mikrogramm pro Tag zu sich nehmen», erklärt Stéphanie Hochstrasser, Ernährungsberaterin und Leiterin von Nutrinfo bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. «Ab dem zweiten bis zum 60. Lebensjahr sollten es rund 15 Mikrogramm sein, ältere Leute ab 60 sollten sogar 20 Mikrogramm am Tag einnehmen.» Zum Vergleich: 100 Gramm Zuchtlachs enthalten 8,3 Mikrogramm Vitamin D.

Wie kann ich dieses Ziel erreichen?

«Mit natürlichen Lebensmitteln allein ist das im Winter kaum zu schaffen», sagt Hochstrasser. Trotzdem können etwa fettreicher Fisch, Eier, Champignons oder mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel wie Margarine oder Frühstücksflocken unterstützend wirken. Effektiv helfen tun jedoch Vitamin-D-Präparate. Diese können in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Wie äussert sich ein Vitamin-D-Mangel?

Die Forschung hat gezeigt, dass Osteoporose oft im Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel steht. Auch die Muskulatur leidet. «Nehmen ältere Menschen genug Vitamin D, stürzen sie auch weniger, weil ihre Muskeln stärker sind», sagt Hochstrasser. Bei Kleinkindern hingegen kann der Mangel zu weichen Knochen führen. «Es können sich O-Beine oder Verformungen bilden. Deshalb ist gerade bei ihnen die empfohlene Tagesdosis vergleichsweise hoch.»

Wer ist besonders betroffen?

Kinder, ältere Menschen und Schwangere sind Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel.

Kann ich auch eine Überdosis an Vitamin D einnehmen?

«Wie bei allen Vitaminen und Mineralstoffen gibt es auch hier Grenzen», sagt Hochstrasser. Diese liegt bei Leuten zwischen 18 und 60 Jahren bei 100 Mikrogramm pro Tag. «Mit natürlichen Lebensmitteln ist das aber nicht zu schaffen. Auch bei Präparaten wird es schwierig.» Eine Überversorgung erhöht die Calcium-Konzentration im Blut. Das kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Nierensteinen führen – jedoch nur, wenn die Grenze über längere Zeit massiv überschritten wird.

Was passiert, wenn ich nichts unternehme?

Die Unterversorgung rächt sich erst später. In Echtzeit bemerkt den Mangel niemand – auch in einem besonders sonnenarmen Monat, wie es aktuell der Fall ist. «Die Prozesse laufen unbemerkt ab», so Hochstrasser. Jedoch könne man den Vitamin-D-Gehalt im Blut messen lassen.

Feinstaub belastet die Lunge

Auch die Feinstaub-Belastung ist derzeit hoch. Gerade in Bern wurde am Mittwoch mehr als das Zweifache des Immissions-Grenzwertes von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. In den vergangenen Tagen wurde der Grenzwert an mehreren Orten überschritten. Gemäss der Krebsliga atmen rund 40 Prozent der Schweizer würden regelmässig zu viel Feinstaub ein. Die hohen Feinstaub-Belastungen sind vor allem im Winter in Städten und verkehrsnahen Gebieten ein Problem. Laut der Schweizerischen Gesellschaft der Lufthygiene-Fachleute (Cercl'Air) leiden Kinder, Personen mit gewissen Vorerkrankungen und ältere Menschen besonders unter hohen Werten. Kurzfristig kann die Feinstaub-Belastung etwa zu Husten oder Atemnot führen.

Jeder kann dazu beitragen, den Feinstaub-Wert auf ein Minimum zu reduzieren. So ist es etwa besser zu Fuss zu gehen, Velo zu fahren oder den ÖV zu benutzen. Unnötige Autofahrten sollten vermieden werden. Auf Cheminée und Schwedenofen sollte laut Cercl'Air in Smogperioden verzichtet werden. In Innenräumen sollte zudem nicht geraucht werden, beim Kochen sollte der Dampfabzug an sein. An stark befahrenen Strassen sollte das Lüften während Stosszeiten vermieden werden.

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