108-Kilo-Brocken: Der stärkste Fussballer der Welt
Aktualisiert

108-Kilo-BrockenDer stärkste Fussballer der Welt

Adebayo Akinfenwa ist mehr Bodybuilder als Fussballer. Seit der Stürmer des Viertligisten AFC Wimbledon im FA-Cup gegen Liverpool traf, sind ihm Schlagzeilen sicher.

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kai
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Auf den ersten Blick wirkt Adebayo Akinfenwa (r.) nicht gerade austrainiert. Unter dem Trikot verstecken sich jedoch Muskelberge, wie auch sein Liverpooler Gegenspieler Lucas Leiva im FA-Cup feststellen musste.

Auf den ersten Blick wirkt Adebayo Akinfenwa (r.) nicht gerade austrainiert. Unter dem Trikot verstecken sich jedoch Muskelberge, wie auch sein Liverpooler Gegenspieler Lucas Leiva im FA-Cup feststellen musste.

AFP/Adrian Dennis
Der Wimbledon-Stürmer glich für den Viertligisten gegen den haushohen Favoriten zum 1:1 aus, ehe Steven Gerrard mit seinem zweiten Tor des Abends die Partie zu Gunsten Liverpools entschied.

Der Wimbledon-Stürmer glich für den Viertligisten gegen den haushohen Favoriten zum 1:1 aus, ehe Steven Gerrard mit seinem zweiten Tor des Abends die Partie zu Gunsten Liverpools entschied.

Keystone/Sean Dempsey
Danach sicherte sich Akinfenwa Gerrards Trikot. Wenig später twitterte er: «Habe eben Stevies Trikot anprobiert. Was ist das, Kindergrösse? Haha, du solltest der Fitnessstudio-Familie beitreten.»

Danach sicherte sich Akinfenwa Gerrards Trikot. Wenig später twitterte er: «Habe eben Stevies Trikot anprobiert. Was ist das, Kindergrösse? Haha, du solltest der Fitnessstudio-Familie beitreten.»

Sein Tor im FA-Cup gegen Liverpool allein hätte ihm kaum viele Schlagzeilen eingebracht, zumal sein AFC Wimbledon 1:2 verlor. Und doch war Adebayo Akinfenwa in aller Munde. Denn der 32-Jährige ist nicht einfach ein Stürmer beim englischen Viertligisten. Er ist eine Naturgewalt. Mehr Bodybuilder als Fussballer. 108 Kilogramm bringt er auf die Waage – der stärkste Kicker der Welt. Zumindest, wenn man das EA-Sports-Game «Fifa 15» als Massstab nimmt.

Akinfenwa, Spitzname «The Beast», hat das Zeug zur Kultfigur, weil er neben seiner herausragenden Physis auch ein Sprücheklopfer ist. So sagt er: «Die Leute haben gesagt, ich sei zu kräftig, um Fussball zu spielen. 100 Tore später war klar: Das stimmt nicht.» Der Goalgetter hat ein Lebensmotto, nach dem er auch sein Modelabel benannt hat: «Beast Mode». Die Erklärung: «Der ‹Beast Modus› ist eine Geisteshaltung. Es bedeutet, an sich selbst zu arbeiten und den Grenzen zu trotzen, die andere dir setzen wollen.»

«Du bist nur ein fetter Eddie Murphy»

Der Muskel-Mann ist es gewohnt, gegen Widerstände anzukämpfen. Bei seinem ersten Klub, FK Atlantas in Litauen, musste er rassistische Beleidigungen über sich ergehen lassen. «Das war beschämend. Ich kam aus London, dort würde mich niemals jemand beleidigen», sagt er. Die Diffamierungen von den Rängen vertrieben viele Teamkollegen, nicht aber Akinfenwa, der seinen Vertrag erfüllte.

Beschimpfungen lässt er inzwischen an sich abperlen, nimmt sie gar mit Humor: «Mein Lieblings-Schmähgesang ist ‹Du bist nur ein fetter Eddie Murphy›. Als ich das gehört habe, konnte ich nicht aufhören zu lachen. Ich würde allerdings ‹muskulärer Eddie Murphy› bevorzugen.»

Sich selber spielen? Lieber nicht

Akinfenwa ist stolz auf seine Muskeln, auch darauf, dass er den inoffiziellen Titel des stärksten Fussballers der Welt trägt. In «Fifa 14» brachte er es in der Kategorie Stärke auf 97 von 99 Punkten. Um sicherzugehen, dass er im Nachfolger erneut an der Spitze thront, erkundigte er sich vorab beim Gamehersteller, der ihm versicherte, seine Chancen stünden gut. Damals kündigte er an, dass er den neuen Spitzenreiter in einem Bankdrück-Duell herausfordern werde, sollte er nicht mehr die Nummer 1 sein. Dazu sollte es jedoch nicht kommen. Der Gegner hätte ohnehin kaum Chancen gehabt. Akinfenwa stemmt 180 Kilogramm.

Übrigens: Sein virtuelles Ebenbild mag er nicht besonders. «Ich spiele gerne Fifa, aber nicht zufrieden mit mir, weil ich zu langsam bin. Das ist frustrierend.»

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