Der Stahlhelm hat ausgedient
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Der Stahlhelm hat ausgedient

Der Bundesrat hat ein 647 Millionen Franken schweres Rüstungsprogramm 2004 verabschiedet. Für 35 Millionen sollen Kunststoffhelme die Stahlhelme ersetzen.

In Deutschland werden 105 000 so genannte Ballistische Schutzhelme gekauft. Diese Helme aus Kunststoffverbundmaterial bieten einen besseren Splitterschutz und einen höheren Tragkomfort als die herkömmlichen Stahlhelme 71. Sie sind für Kampftruppen und Friedensunterstützungstruppen vorgesehen.

Grösste Posten sind der Kauf zweier Transportflugzeuge sowie von Genie- und Minenräumpanzern und Investitionen zu Gunsten des Kampfjets FA-18.

Mit 647 Millionen liegt der Verpflichtungskredit etwa 240 Millionen höher als im Jahr 2003, aber deutlich unter dem Niveau der zehn vorausgehenden Jahre mit durchschnittlich 1,3 Milliarden. 538 Millionen oder 82 Prozent der Investitionen kommen direkt oder indirekt der Schweizer Wirtschaft zugute.

Robuster als Zivilmaschinen

Für 109 Millionen sollen zwei Transportflugzeuge spanischer Herstellung des Typs CASA C-295M beschafft werden. Sie sind vor allem für Einsätze im Rahmen der humanitären Hilfe, der Friedensförderung und des internationalen Krisenmanagements sowie für Truppentransporte auf Ausbildungsplätze im Ausland vorgesehen.

Die militärischen Flugzeuge sind robuster als Zivilmaschinen und können auch auf unbefestigten Pisten landen. Die Flugleistung ermöglicht den Transport von 9 Tonnen über eine Distanz von 1400 Kilometern bei jeder Witterung. Die Maschinen mit einer Spannweite und Länge von rund 25 Metern bieten je 66 Personen oder 24 Tragbahren Platz.

Führung ohne Sprechfunk

129 Millionen sind für die Beschaffung von 12 Geniepanzern mit Chassis überzähliger Leopard-Panzer vorgesehen, die auch zur Minenräumung ausgerüstet werden können. Sie sollen der Panzertruppe im Verteidigungskampf Hindernisse öffnen oder anlegen, können aber auch bei friedenserhaltenden Missionen eingesetzt werden.

Grösster Posten ist die Integration eines Data Links ins Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystems FLORAKO für 268 Millionen. Die FA-18-Kampfjets können dann sprechfunkunabhängig geführt werden. Auf verschiedenen Höhenstandorten werden Bodenstationen für den Data Link installiert.

In Bure JU und St. Luzisteig GR sollen Anlagen für simulationsgestützte Kompanieübungen eingerichtet werden (Kostenpunkt 95 Millionen). Die so genannten SIMUG decken ein «Gefechtsfeld» von rund vier Quadratkilometern ab, wo mit augensicheren Laserstrahlen statt mit Munition «geschossen» wird.

Kleinstes Projekt ist die Beschaffung von 49 Betriebsstoff- Betankungs-Containern für 11 Millionen. Die Container fassen rund 9000 Liter und können den machanisierten Verbänden im Einsatz nachgeführt werden. Heute werden die Tanks der Diesel-Fahrzeuge der Truppe noch aus Kanistern gefüllt.

Höhere Kredite angesagt

Vom beantragten Verpflichtungskredit fliessen 162 Millionen oder rund 25 Prozent der Aufträge als direkte Beteiligung an die schweizerische Wirtschaft. Wird die indirekte Beteiligung dazugerechnet, erhöht sich die Beschäftigungswirksamkeit des Rüstungsprogramms im Inland auf 82 Prozent.

Damit die Armee bei der Ausrüstung auf den vom Leitbild XXI verlangten mittleren europäischen Technologiegrad geführt werden kann, sind laut Botschaft des Bundesrates jährliche Rüstungsprogramme von 1 bis 1,5 Milliarden nötig. Die heutige Finanzplanung sieht solche Summen ab 2006 vor.

Baubotschaft 2005

Der Bundesrat hat am Donnerstag auch die Immobilienbotschaft 2005 veröffentlicht. Diese umfasst 43 neue Verpflichtungskredite mit einer Gesamtsumme von 371,9 Millionen. Das sind 73,4 Millionen weniger als im Vorjahr. Grösste Posten sind die Kaserne Stans NW (19 Millionen) und Investitionen in FLORAKO (22,4 Millionen).

(sda)

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