Eröffnungsspiel gegen die Türkei - Der Star ist das Team – Italien ist einer der Geheimfavoriten auf den EM-Titel
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Eröffnungsspiel gegen die TürkeiDer Star ist das Team – Italien ist einer der Geheimfavoriten auf den EM-Titel

Frankreich, Belgien oder Spanien sind erstgenannte Favoriten für die EM. Ein weiterer Kandidat ist die Squadra Azzurra, die von Roberto Mancini trainiert wird.

von
Florian Osterwalder
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Bei Italien, dem Gruppengegner der Schweiz, ist die Mannschaft der Star. Die Squadra gewann in der EM-Qualifikation alle zehn Spiele. 

Bei Italien, dem Gruppengegner der Schweiz, ist die Mannschaft der Star. Die Squadra gewann in der EM-Qualifikation alle zehn Spiele.

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Trainiert werden die Italiener von Roberto Mancini. Der Italiener war unter anderem auch Trainer von Manchester City oder Lazio Rom. 

Trainiert werden die Italiener von Roberto Mancini. Der Italiener war unter anderem auch Trainer von Manchester City oder Lazio Rom.

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Heimvorteil! Die Italiener werden ihre drei Gruppenspiele im Stadio Olimpico in Rom austragen.

Heimvorteil! Die Italiener werden ihre drei Gruppenspiele im Stadio Olimpico in Rom austragen.

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Darum gehts

  • Italien eröffnet zusammen mit der Türkei die Europameisterschaft am Freitag in Rom.

  • Die Italiener gehören zum erweiterten Favoritenkreis.

  • Die Mannschaft rund um Roberto Mancini verlor in der EM-Quali keine einzige Partie.

  • Bei der Squadra Azzurra ist das Team der Star.

Wenn man sich die Mannschaften vor der Europameisterschaft genauer anschaut, ist Frankreich der absolute Top-Favorit auf den EM-Titel. Zum Favoritenkreis gehören üblicherweise auch die Spanier und England. Belgien ist sowieso der ewige Geheimfavorit. Doch wie sieht es mit dem Gruppengegner der Schweiz, Italien aus? Unsere südlichen Nachbarn haben in der EM-Quali kein einziges Spiel verloren, sie haben gar alle zehn Partien gewonnen. Sehen wir also an diesem Turnier die vielleicht beste italienische Mannschaft der letzten Jahre? Wir zeigen euch auf, was die Italiener so stark macht und warum man an dieser EM mit ihnen rechnen muss.

Eingespielte Defensive

Ein oft zitiertes Sprichwort aus dem US-Sport besagt: «Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften.» Mit Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini stellen die Italiener zwei Innenverteidiger, die sich in und auswendig kennen. Zusammen bilden sie seit Jahren das Innenverteidiger-Duo bei Juventus Turin. Auch wenn die zwei nicht mehr die Jüngsten sind, können sie dafür auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Bonucci sagte in einem Interview jüngst: «Wir haben keinen Weltstar in unseren Reihen. Aber gegen grosse Mannschaften hat das Team den Unterschied gemacht».

Im Tor steht Gianluigi Donnarumma. Nur schon der Vorname lässt aufhorchen – wegen seines Namensvetters und Goalie-Legende Gianluigi Buffon. Donnarumma hat Jahrgang 1999, ist somit erst 22-jährig. Doch der Italiener hat für seinen Stammclub, die AC Milan, schon über 220 Spiele absolviert, für die italienische Nationalmannschaft sind es bereits 26. Für viele Experten ist er ein Kandidat für den besten Torhüter der Welt in den nächsten Jahren. Auf den Aussenverteidigerpositionen haben sie mit Alessandro Florenzi und Leonardo Spinazzola auch zwei gestandene Spieler, die bei ihren Vereinen in der Ligue1 (PSG) und der Serie A (AS Roma) beide Stammspieler sind.

Jorginho und Verratti – Dreh und Angelpunkt im Mittelfeld

Der 29-jährige Jorginho, geboren in Brasilien, reiste mit breiter Brust zur Squadra Azzurra. Der Mittelfeldspieler hat gerade eben mit Chelsea die Champions League gewonnen und dürfte somit grosses Selbstvertrauen mitbringen. Jorginho gilt im Spiel von Roberto Mancini als Dreh und Angelpunkt im Mittelfeld der Italiener. Mancini hat ihn jüngst als «Herzstück» der Mannschaft betitelt. Er kann defensiv das Spiel des Gegners kaputtmachen, kann aber auch das Spiel ankurbeln und die Bälle verteilen.

Marco Verratti, seit Jahren Stammspieler bei PSG, ist für den offensiveren Part zuständig. Der 28-Jährige ist unglaublich stark am Ball und kann mit seinen Dribblings auch mal zwei Gegenspieler stehen lassen und dann den tödlichen Pass in die Spitze spielen. Dazu kommt noch Nicolò Barella. Der 24-jährige Italiener hat in der abgelaufenen Saison mit Inter Mailand die Meisterschaft gewonnen und spielte eine starke Saison.

56-Tore Offensive

Auch in der Offensive haben die Italiener unglaublich viel Potenzial. Und vor allem eines: Torgefahr! Alleine Ciro Immobile, Lorenzo Insigne und Domenico Berardi haben in der abgelaufenen Saison der Serie A zusammen 56 Tore geschossen. Mit Insigne und Berardi haben die Italiener extrem torgefährliche und vor allem schnelle Flügelspieler. Und Ciro Immobile ist sowieso seit Jahren für Lazio in Hochform.

In der Saison 19/20 schoss der Ex-BVB-Spieler 36 Tore. Letzte Saison waren es zwar «nur» deren 20, trotzdem braucht der bullige Stürmer kaum Chancen, er ist eiskalt vor dem gegnerischen Tor. Und dann ist da noch Federico Chiesa. Der 23-jährige Spieler von Juventus Turin war einer der konstantesten Spieler der Alten Dame letzte Saison. Er hat auch schon 25 Einsätze für die Squadra auf dem Konto und bringt somit auch internationale Erfahrung mit.

Überragende Form seit Mancinis Übernahme

Roberto Mancini hat vor drei Jahren die italienische Nationalmannschaft übernommen. Seither hat die Squadra in 30 Partien nur gerade zweimal verloren. Auch das Torverhältnis von 73:14 in diesen 30 Spielen unterstreicht die Ausgewogenheit zwischen starker Offensive und solider Defensive in der Mannschaft. Spannend ist auch der Fakt, dass fast alle Akteure in der heimischen Liga spielen. Nur gerade vier Spieler verdienen ihre Brötchen im Ausland. (Verratti und Florenzi bei PSG, Jorginho und Emerson bei Chelsea)

Vincenzo Grifo, Spieler des SC Freiburg, der es in den vorläufigen EM-Kader der Italiener geschafft hat, dann aber von Mancini für die EM nicht berücksichtig wurde, sagte jüngst in der Sportschau: «Er hat viel Erfahrung und weiss genau, wie er mit Menschen umgehen muss. Ihm ist bewusst, dass er viele unterschiedliche Charaktere in der Mannschaft hat und geht genau auf jeden einzelnen ein, soweit ihm das möglich ist.» Mancini habe so unheimlich viel Atmosphäre und Charme in diese Mannschaft gebracht, deswegen seien sie ja auch auf einem so guten Weg. Grifo weiter: «Die Spieler würden für ihn durchs Feuer gehen.»

Ein weiterer Faktor für ein erfolgreiches Turnier könnte der Heimvorteil sein. Die Italiener spielen alle drei Gruppenspiele zu Hause im Stadio Olimpico in Rom. Zugelassen sind 16’000 Fans. Wenn die Squadra Azzurra die Gruppenphase erfolgreich übersteht, ist ihr alles zuzutrauen. An der Europameisterschaft vor fünf Jahren besiegten die Italiener in der Gruppenphase die hochgelobten Belgier. Im Achtelfinal warf man Spanien aus dem Turnier. Erst im Viertelfinal scheiterte man im Elfmeterschiessen gegen Deutschland. Wenn die Truppe von Roberto Mancini also einmal ins Rollen gerät, sind sie nur schwer zu stoppen.

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