Afghanistan: «Der Status quo wird zu einer Niederlage führen»

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Afghanistan«Der Status quo wird zu einer Niederlage führen»

Der Kommandant der Internationalen Schutztruppe ISAF und der US-Truppen in Afghanistan fordert mehr Soldaten und rechnet zugleich mit einem Anstieg der Opferzahlen. Der US-Verteidigungsminister will erst später dazu Stellung nehmen.

«Unzureichende Kräfte werden vermutlich zu einem Scheitern führen», heisst es in einer am Montag von der «Washington Post» in weiten Teilen veröffentlichten Lageeinschätzung von US-General Stanley McChrystal für US-Verteidigungsminister Robert Gates.

Die ISAF müsse gestärkt werden, da die afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) angesichts der erstarkenden Aufständischen noch nicht in der Lage seien, den Kampf anzuführen.

«Der Status quo wird zu einer Niederlage führen, wenn wir darauf warten, dass die ANSF wachsen.» Mehr Ressourcen seien kein Garant für einen Sieg, zu wenige könnten aber zur Niederlage führen. Auf kurze Sicht sei es realistisch zu erwarten, dass die Zahl der Opfer unter den afghanischen und den internationalen Sicherheitskräften ansteigen werde.

Zur ISAF meint der im Juni angetretene Kommandant, die Truppe sei zu sehr mit dem Schutz der eigenen Soldaten beschäftigt. «Wir haben in einer Art und Weise operiert, die uns - physisch und psychologisch - von den Menschen entfernt hat, die wir beschützen wollen. Zusätzlich riskieren wir eine strategische Niederlage, indem wir taktische Siege verfolgen, die zu zivilen Opfer oder unnötigem Kollateralschaden führen.» Im Schreiben McChrystals an Gates heisst es, zu den notwendigen Ressourcen werde zu einem späteren Zeitpunkt Stellung genommen.

(sda)

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