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Der Streit über das Wahlergebnis

Neun Tage hat der Streit über das Ergebnis der Parlamentswahl am 9./10. April in Italien gedauert. Eine Chronologie.

Dienstag, 11. April: Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen hat das Mitte- Links-Bündnis von Romano Prodi nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis die Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus gewonnen. Auch ein Sieg im Senat scheint sicher. Prodi erklärt sich zum Sieger.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi verweigert das Eingeständnis einer Niederlage und befürwortet eine grosse Koalition nach dem Vorbild Deutschlands. Prodi lehnt ab.

Mittwoch, 12. April: Berlusconi spricht im Anschluss an ein Treffen mit Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi von Wahlbetrug.

Donnerstag, 13. April: Berlusconi fordert vergeblich ein Präsidentendekret zur Überprüfung von 1,1 Millionen Stimmen. Beim obersten Gericht in Rom beginnt die Überprüfung umstrittener Stimmzettel.

Freitag, 14. April: Das Innenministerium stellt fest, es gebe nur gut 2100 strittige Stimmen für das Abgeordnetenhaus und mehr als 3100 für den Senat. Damit steht Prodis Sieg fest. Berlusconi gibt seine Niederlage immer noch nicht zu.

Samstag, 15. April: Prodi fordert ein Ende der «Komödie». Wahlforscher haben errechnet, dass Berlusconi mit dem von ihm selbst abgeschafften alten Wahlrecht gesiegt hätte.

Ostern, 16./17. April: In seiner Osteransprache ruft Papst Benedikt XVI. zur «Eintracht» des Landes auf. Die Kontrahenten bleiben unversöhnlich.

Mittwoch, 19. April: Der oberste Gerichtshof bestätigt den Sieg des Linksbündnisses.

(sda)

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