Rubigen: Der Streit um die Mühle Hunziken ist beendet
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RubigenDer Streit um die Mühle Hunziken ist beendet

In der Mühle Hunziken soll nun endlich Ruhe einkehren – zumindest gerichtlich. Letzte Woche haben zwei Vorsorgestiftungen die Liegenschaft erworben.

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mub/sda
In der Mühle Hunziken gäbe es «nüt meh z stürme», informierten die neuen Eigentümer an der Pressekonferenz vom Montag.

In der Mühle Hunziken gäbe es «nüt meh z stürme», informierten die neuen Eigentümer an der Pressekonferenz vom Montag.

Die neuen Eigentümer der Mühle Hunziken haben mit den Betreibern des Kulturlokals einen Mietvertrag über zehn Jahre unterzeichnet. Das gaben Vertreter der beiden Pensionskassen Coopera und Gepabu am Montag vor den Medien bekannt. Die Vertreter betonten zudem, dass die Pensionskassen zwar nicht Teil der Verhandlungen gewesen waren, ein Kriterium für den Abschluss des Kaufvertrages jedoch der «Frieden zwischen den Streitparteien» gewesen sei. «Wir haben vor Vertragsabschluss darauf bestanden, dass sämtliche Verfahren vor Gericht besiegelt sein mussten», sagte Gepabu-Geschäftsführer Urs Mataré. Jetzt gäbe es «nüt meh z stürme».

Kasse will sich nicht in Kulturbetrieb einmischen

Damit sei der langfristige Betrieb des traditionsreichen Konzertlokals gewährleistet. Man werde dem Team um Bluesmusiker Philipp Fankhauser nicht dreinreden und die Betreiber frei gewähren lassen. «Sie reden uns ja auch nicht ins Pensionskassengeschäft rein», sagte Gepabu-Geschäftsführer Urs Mataré. Zudem werde die Mühle Hunziken saniert und die dazugehörigen Wohnungen vermietet.

Zur Höhe des Mietzinses machten die neuen Eigentümer keine Angaben. Der Mietzins ermögliche es den Betreibern, erfolgreich zu geschäften, und den Besitzern eine angemessene Rendite zu erzielen, sagte Mataré lediglich.

Langjähriger Streit geht zu Ende

Die beiden Berner Kassen hatten das Lokal am letzten Freitag der Besitzerfamilie Burkhart für 3,1 Millionen Franken abgekauft. Sie machten damit den Weg frei für eine gerichtliche Gesamtvereinbarung zwischen den Streitparteien. Mühle-Gründer Peter Burkhart und die heutigen Betreiber um Bluesmusiker Philipp Fankhauser hatten sich in zahlreiche Rechtshändel verstrickt.

Die Coopera ist eine Pensionskasse für Unternehmer, Künstler und Freischaffende. Die Gepabu wurde von Alt-68ern für alternative bernische Unternehmungen gegründet. Beide Kassen streben nach eigenen Angaben nachhaltige Vermögensanlagen an und weisen zurzeit einen Deckungsgrad von über 100 Prozent auf.

Moritz Göldi von der Gepabu berichtete, er sei Anfang September nach einem Konzertbesuch in Rubigen auf die Idee gekommen, die zwei Kassen könnten die Mühle kaufen. Die Betreiber seien an einer solchen Lösung sofort interessiert gewesen.

Dank an «Mühli-Pesche»

Ex-Besitzer Peter Burkhart hatte die Einigung am Wochenende mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Die neuen Eigentümer seien «ein Glücksfall», die Betreiber des Clubs hingegen «eine Zumutung». Das wollten die Vertreter der beiden Pensionskassen am Montag nicht kommentieren.

Sie dankten «Mühli-Pesche» aber dafür, dass er die neuen Eigentümer und die Betreiber nun in die Zukunft entlasse. Und sie wünschten dem 72-Jährigen, dass er in Frankreich den wohlverdienten Ruhestand geniessen und mit Stolz auf sein Lebenswerk zurückblicken könne.

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