Jan Delay - «Wir Kinder vom Bahnhof Soul»: Der Styler klingt trotz 70s-Referenzen modern
Aktualisiert

Jan Delay - «Wir Kinder vom Bahnhof Soul»Der Styler klingt trotz 70s-Referenzen modern

Dass Jan Phillip Eiss­feldt alias Jan Delay ein gros­ser Liebhaber der Wortspiele ist, wissen wir spätestens seit seinem letzten Album «Mercedes Dance».

So wenig jedoch Delays zweite Soloplatte mit einem luxu­riösen Automodell zu tun hatte, so wenig nimmt auch die neue Platte «Wir Kinder vom Bahnhof Soul» weiteren Bezug auf die Drogenbiografie von Christiane F. Im Gegenteil: Die groovige Discofunk-Platte strotzt geradezu vor Lebenslust und Schwung.

Den Weg, den Delay mit «Mercedes Dance» eingeschlagen hatte, verfolgt er auf seinem neuen Werk konsequent weiter. Dass der 32-Jährige mit seiner zehnköpfigen Liveband Disko No. 1 in der Zwischenzeit einen mehrmonatigen Konzertmarathon absolviert hat, erweist sich als klarer Vorteil: Die perfekt eingespielte Truppe liefert eine energievolle Platte, die wie aus einem Guss und – trotz aller Referenzen an die Seventies – modern klingt. Mit «Hoffnung» schlägt der vom einstigen Enfant terrible zum Disco-King mutierte Delay sogar sanfte Töne an und näselt sich in «Ein Leben lang» durch eine fast schon schnulzig zu nennende Liebesballade. Und selbst das hat bei Jan Delay Style.

Marlies Seifert

Jan Delay, «Wir Kinder vom Bahnhof Soul», Universal.

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