Geheimnis gelüftet: Der Tagi hat neue Chefredaktoren
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Geheimnis gelüftetDer Tagi hat neue Chefredaktoren

Lange wurde diskutiert, wer wohl Nachfolger von Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier wird. Nun wurde das Geheimnis gelüftet. Und gleichzeitig auch ein neues Konzept bekanntgegeben.

Der bisherige stellvertretende Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», Andreas «Res» Strehle, und der bisherige Co-Chefredaktor der zum Tamedia-Konzern gehörenden «Berner Zeitung», Markus Eisenhut, treten die Nachfolge von Peter Hartmeier an, der im Juni 2009 innerhalb von Tamedia als Verleger zur Huber & Co. AG, der Herausgeberin der «Thurgauer Zeitung», wechseln wird. Hartmeier war während über sechs Jahren Chefredaktor des «Tages-Anzeigers». Strehle übernimmt seine neue Aufgabe am 1. Mai 2009, Eisenhut wechselt auf den 1. Juni 2009 zum «Tages-Anzeiger».

Strehle und Eisenhut arbeiten bereits seit Herbst 2008 gemeinsam an einer Weiterentwicklung des «Tages-Anzeigers». Das neue Konzept sieht vier Zeitungsbünde vor. Der Auftritt soll mit einer neuen Gestaltung ab Herbst 2009 hochwertiger und die Leserführung stark verbessert werden, wie Tamedia am Dienstag weiter bekannt gab.

Mit dem neuen Konzept verbunden ist die Anpassung der Kostenstruktur an die in den letzten Jahren deutlich zurückgegangenen Werbe- und Vertriebserlöse. Die Budgetreduktion soll über Einsparungen in Redaktion und Verlag, in der Produktion durch die Umstellung auf eine Vierbund-Zeitung und die Fokussierung auf redaktionelle Eigenleistungen erreicht werden. Die Budgetreduktion werde zu einem Personalabbau in noch offener Höhe sowie Frühpensionierungen führen, heisst es. Die Regionalisierung des «Tages-Anzeigers» werde fortgesetzt und mit der Zusammenführung sämtlicher regionalen Berichte in einem Bund im Hauptblatt gestärkt. Über die Einzelheiten des neuen Konzepts soll im Verlauf des kommenden Sommers entschieden und informiert werden.

Strehle stiess im Frühling 2007 vom «Magazin» zum «Tages-Anzeiger». Von 2001 bis 2007 war der 58-jährige während sechs Jahren Chefredaktor und zuletzt auch Geschäftsführer des Wochentitels. Er habe das «Magazin» gemeinsam mit seinem Team publizistisch weiter entwickelt und sei massgeblich am Aufbau der Partnerschaft mit der «Basler Zeitung» und der «Berner Zeitung» beteiligt gewesen. Unter Strehles Leitung habe die Wochenendbeilage ihre Leserschaft deutlich gesteigert und erstmals in ihrer Geschichte schwarze Zahlen geschrieben. Vor seinem Wechsel zu Tamedia war der promovierte Ökonom unter anderem für die «Weltwoche», die «Bilanz» sowie für «Facts» tätig und gehörte 1981 zu den Gründern der Wochenzeitung «Woz».

Eisenhut stiess 2006 von der 20 Minuten AG, für die er als Projektleiter die Lancierung der Pendlerzeitung «20 minutes» in der Westschweiz vorbereitete, zur «Berner Zeitung». Gemeinsam mit Co-Chefredaktor Michael Hug entwickelte er die regionale Ausrichtung der «Berner Zeitung» weiter und baute die erfolgreiche Zusammenarbeit des Titels mit unabhängigen Partnern aus. Zuvor war Eisenhut massgeblich an der Neuausrichtung des Mediengeschäfts des Vorarlberger Medienhauses in Rumänien und Ungarn beteiligt. Von 2001 bis 2003 leitete er die Redaktion der Pendlerzeitung «20 Minuten», die ihre Leserschaft in dieser Zeit mehr als verdoppelte. Zuvor war Eisenhut, der an der Universität Zürich Recht und Germanistik studierte, stellvertretender Chef vom Dienst des «Tages-Anzeigers», Nachrichtenchef der «SonntagsZeitung», Redaktor der «Schweizer Illustrierten» sowie Sportchef von «Blick» und «SonntagsBlick».

(dapd)

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