St. Petersburg: Der Tiger erhält Schutzzonen in Fernost
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St. PetersburgDer Tiger erhält Schutzzonen in Fernost

Zur Rettung der letzten freilebenden Tiger haben Russland und China gemeinsame grenzüberschreitende Schutzgebiete für die bedrohten Raubtiere beschlossen.

Russlands Regierungschef Wladimir Putin macht Nägel mit Köpfen: Nach einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Wen Jiabao in St. Petersburg gab er bekannt, dass in den beiden Ländern Schutzzonen für die Grosskatzen eingerichtet werden. Im Fernen Osten Russlands, wo noch etwa 450 Amur-Tiger leben, würden beim Bau von Siedlungen und Strassen künftig die Rückzugsgebiete der Tiere stärker berücksichtigt, sagte Putin.

Putin kündigte zudem am Dienstag bei der Konferenz zur Rettung von Tigern härtere Strafen für Wilderer und Schmuggler an.

In den vergangenen Jahrzehnten habe eine gnadenlose Jagd nach Trophäen fast zum Aussterben der grössten Raubkatzen der Erde geführt, kritisierte Putin. Die Umweltstiftung WWF begrüsste die Massnahmen.

Nur noch 3200 Tiger weltweit

Derzeit leben in 13 Staaten, vor allem in Asien, noch insgesamt rund 3200 Tiger in freier Wildbahn - vor hundert Jahren sollen es noch etwa 100 000 gewesen sein. Der Gipfel in der früheren Zarenmetropole St. Petersburg ist nach Angaben des World Wide Fund For Nature (WWF) das erste Treffen, auf dem Regierungschefs über das Schicksal einer einzigen Tierart beraten. «Der Tigergipfel ist die beste und vielleicht letzte Gelegenheit, den Tieren ein Überleben in freier Wildbahn zu ermöglichen», sagte die Vizepräsidentin der Umweltschutzorganisation WWF, Ginette Hemley, zu Beginn der Konferenz.

Auf dem Gipfel in Russland sollen umfangreiche Schutzmassnahmen beschlossen werden. Ziel ist eine Verdoppelung der Tigerpopulation bis 2022. Teilnehmer sind Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Burma, Nepal, Thailand, Vietnam und Russland. Auf der Konferenz sollen ausserdem Sponsoren angeworben werden, die die auf jährlich rund 330 Millionen Dollar geschätzten Kosten tragen. (sda)

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