Tambellini: Der Topskorer ist auch eine Wühlmaus
Aktualisiert

TambelliniDer Topskorer ist auch eine Wühlmaus

Jeff Tambellini (27) hat vor den Playoff-Halbfinals keine Angst vor den grossen Zuger Tieren. «Ich mag solche Schlachten», sagt der PostFinance-Topskorer der ZSC Lions.

von
Marcel Allemann
Mit 25 Saisontoren der gefährlichste Spieler der ZSC Lions: Jeff Tambellini.

Mit 25 Saisontoren der gefährlichste Spieler der ZSC Lions: Jeff Tambellini.

Tambellini ist mit seinen insgesamt 25 Saisontoren nicht nur die beste Offensivwaffe der Zürcher, er entpuppte sich in den erfolgreichen Viertelfinals gegen Davos (4:0) auch als hartnäckige Wühlmaus, die im Slot konsequent Druck auf den gegnerischen Goalie macht.

«Dort muss man hin, dort schiesst man Tore», erklärt der Kanadier. Vor blauen Flecken scheut er sich nicht («Das ist der Preis, den man bezahlen muss») und auch die Aussicht, dass sich der verhältnismässig kleine und schmächtige Stürmer (180 cm, 87 kg) nun den grossen, kräftigen Zuger Verteidigern wie Andy Wozniewski (196 cm, 102 kg), Alessandro Chiesa (192 cm, 99 kg) und Timo Helbling (190 cm, 100 kg) stellen muss, vermag Tambellini nicht einzuschüchtern: «Ich bin ein Wettkampf-Typ – je intensiver und härter, desto besser. Was ich im Gegensatz dazu gar nicht mag, ist wenn ein Spiel einfach so vor sich hin plätschert.»

«Der ganze Druck liegt auf den Zugern»

Der Sohn des früheren ZSC-Spielers Steve Tambellini (Saison 1988/89) stand letzte Saison mit den Vancouver Canucks noch im Stanley-Cup-Final (3:4-Niederlage gegen Boston), nun bestreitet er die ersten Playoffs in der NLA. Und der Mann aus British Columbia zeigt sich bislang schwer beeindruckt: «Unglaub­lich, was im Hallenstadion los ist, wenn es voll ist! Das ist mit der Qualifikation nicht zu vergleichen – dieses lautstarke Publikum im Rücken zu spüren, ist ein grosser Vorteil für uns.»

Zunächst müssen die ZSC Lions jedoch am Samstag auswärts in Zug ran. Und da geht es für Tambellini und Co. darum, sogleich wieder den hohen Rhythmus aus den Davos-Spielen anzuschlagen. Geht das nach einer langen, achttägigen Pause überhaupt? «Das zu schaffen, ist unser Job», sagt Jeff Tambellini und meint zur Ausgangslage vor Spiel 1: «Der ganze Druck liegt auf den Zugern. Sie sind das Topteam der Liga, schossen die meisten Tore und verfügen mit Damien Brunner auch noch über den Topskorer. Wir dagegen können völlig unbeschwert antreten.»

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