Überhitzter Immo-Markt - «Immobilien sind zu Fantasiepreisen ab einer Million erhältlich»

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Überhitzter Immo-Markt«Immobilien sind zu Fantasiepreisen ab einer Million erhältlich»

Die steigenden Preise machen den Hauskauf immer schwieriger. Im Nachteil sind vor allem die Jungen. Wie schwierig es ist, genug Geld fürs Eigenheim zu sparen, zeigen die Erlebnisberichte der 20-Minuten-Community.

von
Fabian Pöschl
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Die Immobilienpreise sind derzeit völlig überhitzt.

Die Immobilienpreise sind derzeit völlig überhitzt.

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In Istanbul kosten Häuser ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr.

In Istanbul kosten Häuser ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr.

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Doch auch in der Schweiz steigen die Preise.

Doch auch in der Schweiz steigen die Preise.

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Darum gehts

  • Die Immobilienpreise gehen durch die Decke.

  • Viele können sich deshalb kein eigenes Haus mehr leisten.

  • Auch in der 20-Minuten-Community sagen einige, dass das Geld nicht fürs Eigenheim reicht.

  • Ein Immobilien-Experte gibt Tipps.

Der Traum vom eigenen Haus ist für viele ein Lebensziel. In der Corona-Pandemie wurde der Wunsch nach eigenen vier Wänden noch stärker. Die grosse Nachfrage sorgt aber für einen drastischen Preisanstieg. Der Immobilienmarkt ist so überhitzt wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Weltweit und auch in der Schweiz sind Häuser und Wohnungen deshalb deutlich teurer als noch vor der Krise. Viele können sich kein eigenes Heim mehr leisten. Auch in der 20-Minuten-Community reicht es vielen trotz Sparen nicht fürs eigene Haus. Immobilienexperte Stefan Heitmann, Gründer und CEO von Moneypark*, ordnet ihre Fälle ein und gibt Tipps.

«Die Differenz müssten wir selber berappen»

Das sagt Leser Carlo: «Problematisch ist, dass kein Haus mehr zum ausgeschriebenen Preis verkauft wird, sondern immer nach dem Bieterverfahren. In der Regel werden mehrere hunderttausend Franken mehr geboten, als das Objekt gemäss Bank Verkehrswert besitzt. Die Differenz muss selber berappt werden, und genau daran sind wir bereits mehrmals gescheitert.»

Das sagt der Experte: «Kaufinteressierte sollten in jedem Fall eine Online-Finanzierungseinschätzung machen. Dieses Zertifikat zeigt die Preisspanne an, für die eine Finanzierung sicher möglich ist. Das gibt dem Verkäufer Sicherheit und er entscheidet sich eventuell schneller. Auch empfehlen wir, verschiedene Hypothekaranbieter zu vergleichen, denn diese unterscheiden sich deutlich in den Konditionen und Vergabekriterien für die individuellen Situationen. Auch sollten Kaufinteressenten in Betracht ziehen, Vorsorgegelder aus der zweiten und oder dritten Säule für den Kauf einzusetzen beziehungsweise zu verpfänden.»

«Spart man zehn Jahre, haben sich die Preise wieder verdoppelt»

Das sagt Leser Michi: «Wer im jungen Alter noch Hausbesitzer sein darf, hat entweder geerbt, oder bekommt es günstig von den Eltern, welche es noch zu anständigen Preisen in den 70er- und 80er-Jahren erwerben konnten. Jetzt noch ein Eigenheim zu ergattern ist schwer. Spart man zehn Jahre, dann haben sich die Preise wieder verdoppelt.»

Das sagt der Experte: «Die Immobilienpreise steigen in der Tat. Das kann man sich aber auch zunutze machen, indem man mit einem kleineren und dadurch günstigeren Kaufobjekt startet. Das Erstobjekt dient quasi als Spardose, beim Wiederverkauf kann man einen potenziell höheren Preis erzielen und in eine etwas grössere Immobilie investieren. Auch sind die Wohnkosten etwas tiefer, wenn man im Eigentum wohnen kann, was beim Sparen hilft.»

Das sagt der Leser oder die Leserin Wildhüter: «Trotz Eigenkapital und hohem Einkommen bin ich als Alleinverdiener nicht für eine Hypothek geeignet, die mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent rechnet. Zugleich sind Objekte, die mich interessieren, wie etwa ein Bauernhaus, zu Fantasiepreisen ab einer Million und mehr erhältlich.»

Das sagt der Experte: «Die meisten Hypothekaranbieter rechnen mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent, um die Tragbarkeit zu berechnen. Hier lohnt sich aber klar ein Vergleich verschiedener Hypothekaranbieter, da es durchaus einige gibt, die in individuellen Fällen auch eine höhere Tragbarkeit als marktüblich akzeptieren. Bei abgelegenen Bauernhäusern ist es so, dass sie als Liebhaberobjekte gelten, die zurzeit stark nachgefragt werden. Die Preise solcher Objekte liegen in der Tat zum Teil höher.»

*Die TX Group, zu der auch 20 Minuten gehört, ist an Moneypark beteiligt.

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