Basler Hockey-Frauen: Der Traum von der Olympia-Medaille
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Basler Hockey-FrauenDer Traum von der Olympia-Medaille

Aus den beiden Basel fahren nur zwei Athletinnen nach Sotschi. Katrin Nabholz und Sandra Thalmann kämpfen am Eishockey-Turnier um Edelmetall.

Am Freitag, 24 Stunden vor dem Abflug nach Russland, trifft 20 Minuten die beiden Eishockey-Spielerinnen exklusiv in Pratteln – dem Wohnort von Sandra Thalmann. Die 21-Jährige hat im letzten Sommer eine Lehre als Polymechanikerin abgeschlossen. Kurz vor dem Abschluss ihres Studiums in Veterinärmedizin ist Katrin Nabholz (28). Die Baslerin wohnt und studiert in Zürich.

Thalmann und Nabholz sind die Einzigen aus den beiden Basel, die an die Olympischen Spiele fahren dürfen. Stolz sind sie darauf – bewusst war es ihnen aber nicht. Beide waren bereits vor vier Jahren in Vancouver dabei – eine wichtige Erfahrung. Denn die Eindrücke und das Drumherum an Olympia sei nicht zu unterschätzen: «Jetzt können wir uns sicher besser auf das Wesentliche konzentrieren – das Hockeyspielen», sagt Sandra Thalmann.

Am 8. Februar kommt es zum ersten Einsatz gegen Kanada. «Gegen die Vollprofis aus Nordamerika sind wir praktisch chancenlos», sagt Katrin Nabholz. «Knäbi», wie sie von ihren Kolleginnen genannt wird, hofft dennoch auf eine Halbfinalqualifikation. «Kanada und die USA werden den Titel wohl unter sich ausspielen. Wenn alles rundläuft, kämpfen wir um Bronze.»

Hockey seit dem 4. Lebensjahr

Knäbi hat im Alter von vier Jahren auf der Kunschti Margarethen angefangen, Hockey zu spielen. «Meine Mutter hat mich zum Hockey gebracht», sagt sie. Ebenfalls im zarten Alter von vier Jahren mit Eishockey angefangen hat Thalmann. Sie verteidigt für Reinach, während Nabholz für die ZSC Frauen in der höchsten Liga stürmt. «Leider wird in der Schweiz Frauenhockey noch häufig belächelt», sagt Knäbi – ganz im Gegensatz zu Nordamerika oder Russland, wo Frauen-Eishockey populär ist.

Sie sind sicher, dass die Russinnen darum in Sotschi einen Heimbonus haben werden. Die Gastgeberinnen sind mögliche Gegnerinnen im kleinen Finale. An der WM 2012 hat die Schweiz schon einmal ein Bronze-Spiel gewonnen. «Uns braucht man für das Turnier sicher nicht extra zu pushen. Aber sicher wird uns laute Musik vor jedem Spiel heiss machen», sagt Knäbi. Und beide versichern auch, dass sie den Schweizer Psalm singen können. «Ob es dann auch gut tönt, das ist wieder eine andere Sache», lacht Thalmann.

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