Aktualisiert 11.03.2009 19:40

Hirninfarkt

Der Traum von langen Beinen endet vor Gericht

Nach einer Beinverlängerung im Kantonsspital St. Gallen erlitt eine heute 21-Jährige einen Hirninfarkt. Nun fordert sie eine Genugtuung von 60000 Franken.

Die junge Frau wollte sich ­einen Wunsch erfüllen. Seit langem litt die Luzernerin unter ihren 1,48 Metern Körpergrösse und fühlte sich nicht ernstgenommen. Da­rum liess sie sich am 15. Dezember 2005 im Kantons­spital St. Gallen (KSSG) für 55 000 Franken ihre Beine verlängern. Nach der Operation erlitt sie wegen eines angeborenen Herzfehlers einen Hirninfarkt.

Am Mittwoch forderte sie deshalb vor dem Kreisgericht St. Gallen 60 000 Fr. Genugtuung vom KSSG. «Der Arzt hätte den Herzfehler in der Vorabklärung feststellen müssen», so ihr Verteidiger. Zudem sei die Frau zu spät über die Risiken des Eingriffs informiert worden: «Sie wurde erst kurz vor der Operation aufgeklärt.» Seit dem Infarkt leide sie unter motorischen Störungen und sei nicht mehr zu geistigen Anstrengungen fähig. Sie habe die Matura nicht machen können – ihre berufliche Zukunft sei dahin.

«Sie und ihre Eltern wurden im Vorfeld genügend aufgeklärt», entgegnete der KSSG-Verteidiger. Ausserdem sei noch unklar, wie stark ihre Gesundheit gelitten habe. Dies müsse ein Gutachten zeigen. Das Urteil steht noch aus.

mko/upz

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