Wintersport: Der Trend geht zum Allmountain-Ski
Aktualisiert

WintersportDer Trend geht zum Allmountain-Ski

Der Sportfachhandel ist gut ins Wintergeschäft gestartet. Wegen der späten Ostertage erwarten die Händler ein starkes Jahr. Trend der Saison ist Allmountain-Ski.

von
Sandro Spaeth

Der Winter wird kalt und lange mit viel Schnee: Das prognostiziert der Muotathaler Wetterfrosch Karl Reichmuth – und erfreut die Sportfachhändler. Denn «die Käufe von Wintersportartikeln sind eine höchst emotionale Sache. Wichtig für unser Geschäft sind Kälte und Schnee», sagt Claude Benoit, Präsident des Verbands Schweizer Sportfachhandel Asmas. Den Händlern kamen die kalten Tage zum Saisonauftakt Mitte Oktober gerade recht. «Das Geschäft ist gut angelaufen», so Benoit. In der vergangenen Saison setzte der Sportfachhandel mit Wintersportartikeln eine Milliarde Franken um. Für diesen Winter rechnet Benoit bei gutem Wetter sogar noch mit leicht höheren Zahlen. Hauptgrund ist die lange Saison: Die Ostertage, die in den meisten Skigebieten das Saisonende markieren, fallen 2011 erst auf Ende April.

Trend der aktuellen Saison sind laut Benoit Allmountain-Ski. Sie eignen sich sowohl für die Piste als auch für den Tiefschnee. Für den dafür notwendigen Auftrieb sorgt eine breite Taille. Letztes Jahr verkaufte der Sportfachhandel in der Schweiz 290 000 Ski. Beim Schweizer Skihersteller Stöckli entfiel ein Drittel der Verkäufe auf Allmountain-Modelle. «In dieser Saison werden wir in diesem Segment zweistellig wachsen», so Stöckli-Marketingleiter Adrian Albrecht. Weiterhin im Trend liegt in der Schweiz die Miete der Ski-Ausrüstung. Beim Asmas erwartet man, dass zu den 345 000 verkauften Ski und Snowboards noch einmal mindestens so viele Leihbretter hinzukommen. Der Mietertrag aus dem gesamten Wintersportgeschäft belief sich zuletzt auf 200 Millionen Franken.

«Schwacher Euro ist ärgerliche Realität»

Für diese Wintersaison rechnet Schweiz Tourismus mit 1,5 Prozent weniger Übernachtungen. Fehlen werden vor allem Gäste aus Europa.

20 Minuten: Vermiest Ihnen der Euro das Wintergeschäft?

Jürg Schmied: Das Tourismusgeschäft leidet unter der Euroschwäche. Die Übernachtungen von Gästen aus der Eurozone dürften gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent zurückgehen. Ohne dieses Währungsproblem hätten wir steigende Übernachtungszahlen. Leider ist der schwache Euro ärgerliche Realität.

Was sind Ihre Gegenmassnahmen?

Wir haben unsere Werbeaktivitäten verstärkt und werden neben dem Saisonanfang auch die lange Frühlingssaison bewerben. Man muss sich aber im Klaren sein, dass auch das beste Marketing den Währungseinfluss nie völlig aushebeln kann.

Wie halten Sie die Gäste aus der Eurozone bei der Stange?

Wir verlieren die europäischen Gäste nur temporär. Schon 2012 rechnen wir wieder mit einer Zunahme. Dazwischen müssen wir die Lücke möglichst mit anderen Besuchern überbrücken. Leider sind die Asiaten, die zuletzt für steigende Übernachtungszahlen sorgten, aber primär Sommergäste.

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