Benedikt Höwedes: Der ungeliebte falsche Aussenverteidiger
Aktualisiert

Benedikt HöwedesDer ungeliebte falsche Aussenverteidiger

Nach dem Einzug in den WM-Halbfinal ist Deutschland wieder happy mit seinem Nationalteam. Doch Benedikt Höwedes bleibt vor dem Match gegen Brasilien in der Schusslinie.

von
Marcel Allemann

Seit dem 1:0-Sieg im Viertelfinal-Knüller gegen Frankreich haben die Deutschen ihr Nationalteam wieder richtig doll lieb. Man glaubt wieder an den Titel. Doch einer hat weiterhin einen schweren Stand, akzeptiert zu werden: Schalkes Captain und Innenverteidiger Benedikt Höwedes, der in der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw an dieser WM als linker Aussenverteidiger zum Einsatz kommt. Chefmotzer Felix Magath bezeichnete Höwedes «als Schwachpunkt im Team». Und auch der ehemalige Nationalspieler Christoph Metzelder regte einen Personaltausch an: «Boateng sollte links spielen.»

Bei Schalke hat man für den neuen Volkssport «Kritik an Höwedes üben» gar kein Verständnis. «Das ist eine Frechheit», echauffierte sich Trainer Jens Keller, «Benedikt macht seine Sache sehr ordentlich.» Höwedes solle schliesslich nicht wie Dani Alves die Linie rauf und runter rennen, sondern aggressiv verteidigen, und das tue er.

«Klar, dass ich happy bin»

Der fast schon bedauernswerte Höwedes sagt zum Gezanke um seine Person: «Ich bin kein Philipp Lahm auf links, der grossartig Akzente nach vorne setzt. Aber ich glaube, ich erledige meine Aufgabe defensiv immer sehr gut und weiss, dass der Trainer mit mir zufrieden ist. Wenn die Leute mich immer noch kritisieren wollen, dann sollen sie es gerne tun.» Der 26-Jährige legt seinen Fokus lieber auf den Halbfinal gegen Brasilien: «Wir arbeiten und kämpfen für unseren Traum, und nun steht wieder eine ganz schwierige Aufgabe an.»

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