Kultauto kaputt: Der unglücklichste Nati-Fan der Schweiz
Aktualisiert

Kultauto kaputtDer unglücklichste Nati-Fan der Schweiz

Freddy Huber ist Nati-Fan durch und durch, sein Auto ist sein grösster Stolz. Nun muss es zur Reparatur – sonst wird es verschrottet.

von
Adrian Hunziker

Freddy Huber bangt um sein Nati-Fanauto. (Video: 20 Minuten)

Er schluckt schwer. Er senkt den Kopf. Allein der Gedanke daran tut ihm weh: sein Auto zu verschrotten. Freddy Huber, Jahrgang 1946 und AHV-Rentner, ist der wohl grösste Nati-Fan der Schweiz. «Seit ich klein bin, verfolge ich die Nati. Ganz früher am Radio, jetzt, wenn es geht, immer im Stadion.»

Huber ist bekannt unter den Schweizer Fans. Grund: sein Auto. Darauf bringt der 70-Jährige eigenhändig Namen und Bilder der aktuellen Spieler an – und neuerdings auch der Nationalspielerinnen. «Schliesslich haben sich die Frauen für die EM qualifiziert», sagt Huber. Sein Auto ist immer ein Hingucker, andere Fans sprechen ihn häufig darauf an. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Schwerer Schicksalsschlag

Das Gefährt muss dringend repariert werden, alles in allem kostet das 2500 bis 3000 Franken. Geld, das der frühere IV-Rentner nicht hat. Er ist verzweifelt: «Es wäre ganz schlimm, wenn das Auto verschrottet werden müsste. Ich habe so viel Freude daran.» Es ist Huber anzusehen, dass ihm allein der drohende Verlust Schmerzen bereitet.

Mit Schmerzen kennt er sich aus: Vor 20 Jahren überlebte er mit viel Glück einen schweren Autounfall, trug 17 Knochenbrüche davon, musste 24 Operationen über sich ergehen lassen. Seit dem Unglück ist er invalid, kann nur noch mithilfe einer Krücke gehen. Kurz vor seinem Unfall hatte er sich selbstständig gemacht und dazu seine Pensionskassenvermögen eingefordert. Arbeiten konnte er nach dem Unglück aber nie mehr, «deshalb ist nun nicht mehr viel Rente übrig geblieben».

Huber findet, dass das Fanauto zur Schweiz gehört, er werde beinahe überall erkannt und gegrüsst. «Ich wollte das Auto schon zweimal aufgeben, wurde aber von Freunden zum Weitermachen überredet.»

Alles begann mit der Heim-EM 2008

Mit der Dekoration hat Huber anno 2008 begonnen, kurz bevor die EM in der Schweiz und Österreich stattfand. «Damals wurde man aufgerufen, in der Schweiz Aktionen für die EM zu starten. Da schaute ich mein Auto an und dachte: Das ist so schön rot, da kann man was machen.»

Hubers Nati-Highlight ist der 5:3-Sieg in Basel gegen Deutschland vom Mai 2012. Da war er mit seiner Frau im Stadion. «Das war bombig. Wir hatten einen super Platz.» Der Rentner steht zur Mannschaft, auch wenn es mal eine Niederlage absetzt. So wie damals, als sie 2008 unter Trainer Ottmar Hitzfeld gegen Fussballzwerg Luxemburg 1:2 verlor. Das war für Huber der Tiefpunkt seiner langen Zeit als treuer Nati-Begleiter.

Mittlerweile hat sich eine Lösung für Freddy Hubers Nati-Fanauto gefunden, der Wagen kann repariert werden. Wir werden zu gegebener Zeit darüber berichten.

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