Aktualisiert 13.01.2014 14:06

Schawinski vs Brotz«Der unterbricht mich ja laufend»

Zur Feier der hundertsten Ausgabe lud sich Roger Schawinski in seine eigene Sendung ein. Die Fragen stellte Sandro Brotz – und war dabei kein bisschen zahmer als Schawi selbst.

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Am Montag, 17. Dezember, wechselte Roger Schawinski für einmal die Seiten und war zu Gast in seiner eigenen Sendung. Als «Mann, der anregt, aber auch aufregt» kündete «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz seinen Kollegen an. Dass Brotz in der 100. «Schawinski»-Sendung die Fragen stellen durfte, wurde zuvor per Zuschauervoting entschieden.

Die Wahl stellte sich als treffend heraus – genau wie Schawinski selbst ist auch Brotz kein Kuschelmoderator. Er liess Schawi spüren, was es bedeutet, sich seinem berühmt-berüchtigten offensiven Interviewstil zu stellen. Die Sendung können Sie sich hier anschauen.

«Das ist ja unangenehm»

Brotz stieg schon kritisch ein, als er Schawinski vorwarf, in den letzten Jahren zahmer geworden zu sein. Der 68-Jährige schob die Schuld seinen Gästen zu. Hohe Politiker würden sich gar nicht erst in seine Sendung trauen. «Das bedauere ich», sagt er. «Das sind aber eher die Medienberater im Hintergrund, die das verhindern.» Es gelte – vor allem unter SVP-Parlamentariern – fast schon als Mutprobe, eine Einladung von «Schawinski» anzunehmen.

Als Brotz das etwas verstaubte Thema des SRF-Monopols ansprach, fühlte sich Schawi wohl erstmals angegriffen. Auch wenn er früher gegen das Staatsfernsehen wetterte, sei seine SRF-Sendung legitim, denn: «Ich bin hier als unabhängiger Mensch.» Als ihm Sandro Brotz vorwirft, er rede hier etwas schön, sagt Schawinski einen Satz, den er wohl oft selbst zu hören bekommt: «Du unterbrichst mich laufend, das ist ja unangenehm.»

«Ich habe mich nie verbogen»

Das Gespräch läuft immer wieder darauf heraus, dass Roger Schawinski «längst kein Revoluzzer» mehr ist, wie es Sandro Brotz ausdrückt. «Ich bin der Meinung, ich habe mich nie verbogen», kontert Schawinski. Obwohl er jetzt etwas mehr Geld habe, sei seine politische Meinung praktisch unverändert. «Ich habe immer noch dieses Mitgefühl für Menschen, denen es nicht so gut geht.»

Als es um Misserfolge und Schawinskis schwierige Beziehung zum Internet geht, wird Brotz noch bissiger. Er bezeichnet Schawinski gar als «Schisshaas». Dieser schaut ihn finster an: «Darf ich eine Antwort geben?» fragt er trotzig. Er schaut kurz weg und stellt erneut fest: «Der unterbricht mich laufend. Das ist ja unmöglich!»

Immerhin: Als zum Abschluss Schawinskis Ehefrau Gabriella Sontheim überraschend im Studio auftaucht, lächelt der Moderator wieder breit. Während sie zu einer Lobeshymne auf ihn ausholt, schaut Schawi seine Liebste ganz verliebt an. Vielleicht ist er ja tatsächlich etwas zahmer geworden.

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