Aktualisiert 05.07.2012 17:01

Er zähmte Wind und WelleDer Vater des Windsurfens ist tot

Er ritt Bretter bis zum Schluss: Jim Drake, der dem Surfboard seine Form verliehen hat, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. In seinem richtigen Leben entwickelte er Marschflugkörper.

von
le

Jim Drake, einer der Erfinder des Windsurfens, ist tot. Der Luftfahrtingenieur starb nach Angaben der «New York Times» bereits am 19. Juni in seinem Haus in Pfafftown in North Carolina. Seine Surfbrett-Konstruktion, an der bis heute nichts wesentlich geändert wurde, verhalf dem Sport zum Durchbruch.

Drake, der als Konstrukteur an der Entwicklung von Marschflugkörpern wie der Tomahawk Cruise Missile beteiligt war, hatte sich Anfang der 1960-er Jahre Gedanken über ein Brett mit Segel gemacht. So etwas gab es zwar schon vereinzelt, aber die Prototypen waren schwer zu fahren und kaum zu steuern. Nur Experten schafften es, gezielt in eine Richtung zu fahren.

Sein Partner machte später Millionen

Drake entwickelte in seiner Garage in Santa Monica das dreieckige Segel, wie man es heute noch kennt. Es war nicht starr, sondern am Fuss zu allen Seiten beweglich. Zusammen mit seinem Freund und Partner Hoyle Schweitzer machte er das Surfbrett für den Massenmarkt tauglich. Anfangs nannten sie ihre Konstruktion «Skate», später «Baja Board» bis ihnen ein junger PR-Fachmann den Namen «Windsurfer» vorschlug.

In den frühen 1970er Jahren zerstritt sich Drake mit Schweitzer, worauf ihm dieser seine Anteile am gemeinsamen Geschäft für 36 000 Dollar abkaufte. Er machte damit später Millionen, was Drake sehr wurmte.

Windsurfen bis zum Schluss

Frühere Entwickler beschuldigten Drake, bei ihnen abgeguckt zu haben. Er selbst hatte indes nie in Anspruch genommen, Erfinder des Surfbretts zu sein. In Interviews bezeichnete er sich selbst immer nur als «Neuerfinder».

Jim Drake starb im Alter von 83 Jahren. Er hinterlässt zwei Töchter, vier Söhne und 15 Enkel. Bis zum Schluss blieb er ein passionierter Designer und Surfer. Erst kürzlich entwarf er laut «New York Times» Boards für Starboard, ein thailändischer Surfbrett-Hersteller. Windsurfen ist seit 1984 eine olympische Disziplin. (le/sda)

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