Prozess: Der Vater und die Freundin der Tochter
Aktualisiert

ProzessDer Vater und die Freundin der Tochter

Ein Bonner Landgericht verurteilte am Montag einen 47-jährigen Familienvater, der die zwölfjährigen Freundin seiner Tochter zur Geliebten gemacht hatte.

Alles hatte mit einer Reise begonnen: Ein 47-jähriger Familienvater aus Nordrhein-Westfalen war im vergangenen Jahr mit zweien seiner Töchter und deren besten Freundinnen in die USA gereist. Nach der Rückkehr waren er und die zwölfjährige Freundin seiner Tochter ein Liebespaar.

Die beiden trafen sich zunächst in einem Hotel. Später mietete der erfolgreiche Geschäftsmann für die Begegnungen ein Appartement. Nach viermonatigem Versteckspiel kam die Mutter des Mädchens der heimlichen Liaison auf die Spur. Im Internet entdeckte sie den intensiven Chatverkehr der beiden. Sie zeigte den Fall bei der Polizei an.

Liebe oder Ausnutzung?

Das Bonner Landgericht verurteilte nun den mehrfachen Familienvater wegen schweren Kindesmissbrauchs zu vier Jahren Haft. Die Richter warfen dem Mann vor, ein zwölfjähriges Kind zur Geliebten und Partnerin gemacht und es damit komplett überfordert zu haben.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, haben die Richter die Forderung der Verteidigung allerdings abgelehnt: Der Familienvater wollte den Kindesmissbrauchsfall als «minderschwer» bewerten lassen, wegen der «gegenseitig starken Gefühle» und weil nichts gegen den Willen des Mädchens passiert sei. Die zwölfjährige Geliebte beteuerte bislang, sie liebe den Mann und leide furchtbar unter den Folgen. Als Entschädigung muss ihr der Ex-Freund 10 000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Deine Meinung