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7000-Franken-Bike«Der Velodieb nahm das Bike unter den Arm und rannte davon»

Eine Familie aus Münsingen erhielt Besuch von einem Langfinger. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie der Dieb das teure Fahrrad direkt vor der Haustüre gestohlen hat.

Darum gehts

  • Weder ein gutes Schloss, noch ein Platz beim Unterstand, konnten das Fahrrad von Familie F. schützen.

  • Das 7000-Franken-Velo wurde von einem Dieb entwendet – Eine Überwachungskamera hielt den Akt fest.

  • Der Dieb hatte bereits drei Tage davor versucht, das Bike zu stehlen.

  • Der Verein Pro Velo gibt Tipps, wie du Velos möglichst gut gegen Diebstahl schützen kannst.

Das Jahr fing nicht gut an für Familie F.* aus Münsingen. Am 2. Januar, um exakt 7.06 Uhr, schlich sich ein Dieb in den Unterstand direkt vor ihrer Haustüre. Der vermummte Mann hatte es auf ein teures Mountainbike abgesehen, sagt Daniela F: «Er hob es rasch unter den Arm und rannte durch den Schnee davon.» Es habe sich um das MTB ihre Ehemannes gehandelt. Für 7000 Franken hätte dieser es vor weniger als zwei Jahren gekauft.

Der Unterstand wir von einer Videokamera überwacht. Beim Betrachten der Aufnahmen fällt Daniela F. auf: Der Dieb kam bereits am 30. Dezember abends vorbei: «Er versuchte mit dem abgeschlossene Velo damals davonzufahren. Weil dies nicht klappte, stiess er es zu Boden und rannte weg.» Drei Tage später vollendete er sein Unterfangen.

Auffälliges Modell

Familie F. hat bei der Kapo Bern Anzeige erstattet: «Wir haben der Polizei auch das Videomaterial überlassen. Sie meinten, dass sie es verwenden könnten.» In der Zwischenzeit hält die gesamte Familie Ausschau nach dem Velo: «Es ist ein sehr seltenes und auffälliges Modell. Wir werden es sofort wiedererkennen.» Immerhin: Sollte das Fahrrad nicht wieder auftauchen, so übernimmt die Versicherung den Schaden: «Weil es so ein teures Bike ist, haben wir es eigens versichern lassen», so Daniela F. Ihr Ehemann hänge jedoch daran und hätte lieber sein Velo zurück.

Augenauf via Social Media

Geht es nach der Statistik, stehen die Chancen dafür eher schlecht: Gemäss der Organisation Pro Velo ist die Rückführquote gestohlener Velos bei der Polizei unter 5 Prozent. Bessere Chancen haben betroffene über Social Media. Das Insta-Profil Stolenbikesbern postet Fotos von gestohlenen Velos in und um Bern. Über 1400 Personen folgen der Seite und halten nach den gestohlenen Velos Ausschau – Geld verdienen tut weder das Gründer-Kollektiv noch der oder die Velofinderin. Trotzdem wird das Ganze offenbar mit Erfolg betrieben: «Wir haben aktuell eine Erfolgsquote, die deutlich höher ist als die der Polizei», lässt das Kollektiv ausrichten.

Gemäss Statistik von Pro Velo Schweiz werden in der Schweiz jährlich rund 35’000 Velodiebstähle der Polizei gemeldet – effektiv seien es jedoch wohl doppelt soviel. Damit Velos möglichst sicher sind, gibt Pro Velo folgende Tipps:

  • Velo wenn immer möglich in einem abschliessbaren oder überwachten Raum einstellen.

  • Velo nicht nur abschliessen, sondern auch anschliessen.

  • Rahmennummer, Marke und Farbe des Velos notieren.

  • Velos können (z.T. gegen Gebühr) bei privaten Registern eingetragen werden.

  • Diebstahl bei der Polizei anzeigen und der Diebstahlversicherung melden.

  • In der Westschweiz bieten Velohändler spezielle GPS-Chips für Bikes an, mit denen das Fahrrad von der Polizei geortet werden kann.

Versicherungen

Spezialfall E-Bike

Velos sind in den meisten Fällen über die Hausratversicherung gedeckt. Bei besonders teuren Fahrrädern sollte auf jeden Fall die Deckungssumme überprüft und gegebenenfalls erhöht werden. Unter Umständen kann jedoch der Versicherer den Fahrraddiebstahl aus der Deckung streichen. Vorsicht gilt etwa bei E-Bikes mit gelben Nummerschild. Diese können aus der Deckung fallen, weil sie auch als Motorfahrzeuge eingestuft werden können.

(cho)

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78 Kommentare
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kritiker2

07.01.2021, 17:17

sollte der Täter ermittelt werden 1. Er riskiert wohl eh nicht viel, ist ja nur Bagatell für unsere Justiz (und spült im gegenteil zu Autofahrern kein Geld in die Staatkasse) 2. Findet sich wohl eh ein Gericht dass womöglich die Videoaufnahmen nicht als Beweismittel zulässt veil dies und das. 3. Womöglich rät der Anwalt des Täter dann noch zu einer Gegenklage, weil der Täter ohne sein Wissen gefilmt wurde, ist ja grässliche Persönlichkeitverletzung usw.

Schweiz 2021

07.01.2021, 10:38

Alles und überall wird gefilmt. Nur um danach festzustellen, aha, jemand hats geklaut. Eine Variante wäre auch, anstelle von filmen einfach sichern.

Man Mann

07.01.2021, 10:35

Kann der Ehemann auch sprechen, oder ist das der Part der Frau?