Aktualisiert 13.11.2007 12:45

Der Venus auf den Grund gegangen

Faszinierende Bilder von der Oberfläche der Venus liefert derzeit die europäische Raumsonde «Venus Express». Eine Spezialkamera zeigt 5000 Meter hohe Gebirge.

Vor genau zwei Jahren startete die europäische Raumsonde «Venus Express». Sie ist ein Klon der Sonde Mars-Orbiter, der seit Weihnachten 2003 den Mars aus einer Umlaufbahn untersucht.

Nun hat sie die dicke Wolkenschicht des Erdzwillings durchbrochen und mittels der in Deutschland entwickelten Spezialkamera spektakuläre Bilder von der Venus-Oberfläche gesendet.

410 Grad Celsius sind kalt

Die vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Niedersachsen konstruierte «Venus Monitoring Camera» ist in der Lage, die knapp 450 Grad heisse Infrarotstrahlung von der Oberfläche zu messen und in Form von Falschfarbenbildern zu digitalisieren. Dadurch ist es möglich, Strukturen von der Oberfläche auf der Nachtseite zu erkennen. Solche Aufnahmen werden aus einer Vielzahl von Einzelbildern zusammengesetzt. Das Falschfarbenbild zeigt tiefergelegene, heissere Gebiete in orange und 5000 Meter hohe Gebirge, auf deren Gipfeln immer noch 410 Grad Celsius herrschen.

Zum Greifen nahe

Venus Express ist die erste Expedition eines Satelliten der Europäischen Space Agency (ESA) zum nächstgelegenen Nachbarn der Erde. Im Laufe der Mission wird die Atmosphäre des Planeten näher untersucht. Der Satellit in der polaren Umlaufbahn hat eine Mindesthöhe von 250 Kilometern. Durch diese absolute Nähe zur Venus kann ein präzises Abbild der Infrarotstrahlung unter der dicken Wolkendecke erstellt und anhand dieser die Topografie bestimmt werden.

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